Weihnachtsgeschenke auf den letzten Drücker Bis wann Bremer ihre Pakete einliefern müssen

Für die Paketdienste ist es jetzt die arbeitsreichste Woche vor Weihnachten. Was das für die Paketboten bedeutet, und was die Kunden nun beachten müssen.
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Bis wann Bremer ihre Pakete einliefern müssen
Von Florian Schwiegershausen

Wer Freunden und Verwandten noch schnell ein Paket mit einem Weihnachtsgeschenk schicken möchte, der muss sich beeilen. Spätestens an diesem Donnerstag müssen die Pakete beim Versender abgegeben werden, damit sie noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest beim Empfänger ankommen. Doch auch hier gibt es Ausnahmen: Das Unternehmen DPD schafft es nicht mehr, Pakete bis Heiligabend auszuliefern. Und auch für Sendungen, die ins Ausland gehen, ist es zu spät.

Wer das Paket mit Hermes auf die Reise schicken will, der muss es an diesem Donnerstag bis spätestens 12 Uhr im Paketshop abgeben. Beim Dienstleister GLS muss die Sendung im Laufe des Tages im Shop eingeliefert sein. DHL-Kunden haben ein kleines bisschen mehr Zeit, wobei das Unternehmen zwei Fristen für die Einlieferung nennt: Wer sein Paket oder Päckchen zu einer großen Filiale mit Postbank bringt, wie in Bremen etwa an der Domsheide oder am Hauptbahnhof, der hat dazu bis Freitagmorgen um 10 Uhr Zeit.

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Für Partnerfilialen und DHL-Paketshops sowie bei Packstationen gilt: Spätestens am Donnerstagabend bis 18 Uhr muss die Sendung eingeliefert sein. Bei DHL-Express ist als letztes Datum noch der Sonnabend möglich. Letzte Möglichkeit bei UPS ist der Freitag als Express-Sendung – sowohl national als auch international, dann fallen jedoch auch entsprechenden Kosten für den Express-Versand an.

Ab Freitagmittag wird es schwierig

Die DHL-Paketboten stellen die Pakete und Päckchen noch an Heiligabend zu, voraussichtlich bis etwa 14 Uhr. Hermes liefert am gleichen Tag voraussichtlich bis 16 Uhr aus. Damit das alles funktioniert, gehen die Unternehmen logistisch an ihre Grenzen. In den Brief- und Paketzentren der Deutschen Post in Niedersachsen und Bremen herrscht wenige Tage vor Weihnachten Hochbetrieb. Wie überall in der Vorweihnachtszeit in Deutschland müssen die Mitarbeiter Höchstleistungen vollbringen, sagte Firmensprecher Jens-Uwe Hogardt.

Werden in Paketzentren wie in Bremen normalerweise 300 000 Pakete pro Tag sortiert, können es kurz vor Weihnachten an manchen Tagen bis zu 500 000 Pakete sein. Dazu hat DHL zusätzliche Saisonkräfte eingestellt. Bundesweit erwartet DHL in diesem Jahr eine Steigerung der Paketmenge um zehn Prozent. Grund ist, dass immer mehr Verbraucher ihre Weihnachtsgeschenke über das Internet kaufen. „Der Betrieb läuft derzeit stabil und wir hoffen, dass uns beim Endspurt wettermäßig nichts dazwischenkommt“, sagt Hogardt.

Für die Adventszeit hat DHL übrigens zusätzlich einen Abholshop in der Vahr eingerichtet. Dort im Hinterhof in der Kurfürstenallee 130 landen Pakete, wenn manche Packstationen überfüllt sind. Damit will das Unternehmen das Paketchaos vom vergangenen Jahr verhindern, bei dem auch Weihnachtssendungen selbst Anfang Januar noch nicht ausgeliefert waren. Als Gründe nannte DHL damals die Warnstreiks, ein Zusteller sagte dem WESER-KURIER, dass schlichtweg Mitarbeiter fehlten. Die hatte DHL zum Teil aus anderen Städten nach Bremen geholt, um den Paketberg abzuarbeiten.

Probleme beim Ausliefern

Der Paketdienst Hermes, der zur Otto-Gruppe gehört, hat im Bremer Stadtgebiet in den vergangenen zwei Wochen mehr 100 000 Sendungen abgewickelt. Sprecher Ingo Bertram sagt: "Das ist der bisherige Höchstwert dieses Jahr." Doch das bringt Probleme mit sich: "Sowohl in der Bremer City als auch im Viertel haben unsere Boten mit fehlenden Ladezonen, wenig Parkraum und zudem teils sehr engen, zugeparkten Seitenstraßen zu kämpfen.

Gerade im Viertel ist das eine Herausforderung, zumal hier täglich zahlreiche Pakete ausgeliefert werden müssen." So seien im westlichen Ostertor zwischen Rembertiring, Sielwall, Dobben, Osterdeich und Wall in den vergangenen zwei Wochen 1100 Sendungen von Hermes zugestellt worden. "Für neue Zustellmodelle und Alternativen zum Transporter sind wir offen, auch wenn wirtschaftliche Effizienz und Machbarkeit natürlich nicht vergessen werden dürfen", sagt Bertram. In Berlin testet Hermes gerade die Zustellung mit Lastenrädern.

Gleichzeitig hat Hermes angekündigt, 2019 die Preise zu erhöhen, was die Zustellung an die Haustür angeht. „Wir werden die Preise stärker differenzieren. Das heißt unter anderem auch, dass die Haustürzustellung teurer werden wird“, sagt Hermes-Deutschland-Chef Olaf Schabirosky. Ziel sei es, mit den Mehreinnahmen die Paketzusteller besser bezahlen zu können. „Aktuell haben wir einen Mindestlohn von 9,50 Euro ausgerufen. In etwa vier Jahren kommen wir bei zwölf Euro an.“ DPD will zum Jahreswechsel die Preise um 6,5 Prozent erhöhen. DHL hat sich bisher noch nicht dazu geäußert.

Unterschiedlicher Stundenlohn

Erst vor zwei Wochen hatte der Bremer Jan Böhmermann in seiner Sendung „Neo Magazin Royale“ das harte Zulieferergeschäft und das Zwei-Klassen-Lohngefüge von DHL kritisiert. So verdienen nach Unternehmensangaben DHL-Paketboten zwischen 13,37 Euro und 19,04 Euro pro Stunde. Das ist davon abhängig, ob sie bei der Deutschen Post angestellt sind oder bei der 2015 gegründeten Töchtern DHL Home Delivery, die weniger zahlt.

Dazu twitterte Böhmermann: "Keine Festanstellung, kein Weihnachtsgeld, kein Urlaubsgeld, seit Jahren abliefern abliefern abliefern.“ Als Resonanz darauf schrieb ein ehemaliger Paketbote, dass er bei einem DHL-Subunternehmer 1350 Euro netto im Monat verdiente – bei einer Sechs-Tage-Woche. Vor Weihnachten hätte er einen 15-Stunden-Tag gehabt und auch sonntags arbeiten müssen. Zum Vergleich: Das Jahresgehalt des Deutsche-Post-DHL-Chefs Frank Appel liegt bei zehn Millionen Euro.

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