Luftverkehr Boeing leidet immer noch unter der Krise

Seattle. Die Folgen der Wirtschaftskrise schlagen sich beim Flugzeughersteller Boeing immer noch deutlich nieder. Im ersten Quartal fiel der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8 Prozent auf 15,2 Milliarden Dollar.
21.04.2010, 16:40
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste

Seattle. Die Folgen der Wirtschaftskrise schlagen sich beim Flugzeughersteller Boeing immer noch deutlich nieder. Im ersten Quartal fiel der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8 Prozent auf 15,2 Milliarden Dollar.

Der Gewinn schrumpfte unterm Strich um 15 Prozent auf 519 Millionen Dollar, belastet auch von der Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama, die jedem Amerikaner zu einer Krankenversicherung verhelfen soll.

Konzernchef Jim McNerney verbreitete am Mittwoch dennoch Aufbruchstimmung: Die Verbesserungen, die Ende 2009 eingesetzt hätten, hielten an. Die Luftfahrt erhole sich und die beiden wichtigen neuen Flugzeugmodelle 787 Dreamliner und der Jumbo 747-8 machten Fortschritte. «Unser Ausblick bleibt reizvoll.»

Wegen der Gesundheitsreform musste Boeing das Gewinnziel je Aktie für 2010 um 20 Cent auf 3,50 Dollar bis 3,80 Dollar zurückschrauben. 2009 hatte der Konzern wegen der Pannenserie bei seinen neuen Fliegern aber gerade einmal die Hälfte des aktuell prognostizierten Gewinns verdient. Mit massiven Stellenstreichungen versuchte die Unternehmensführung, ein noch weiteres Abgleiten zu verhindern.

Die Lage bei Boeing hatte sich in den vergangenen Monaten bereits entspannt. Im Schlussquartal 2009 kehrte der Konzern nach einer Durststrecke in die schwarzen Zahlen zurück und will die Produktion schneller als ursprünglich geplant hochfahren.

Die Luftfahrtindustrie war von der Wirtschaftskrise gebeutelt worden. Besonders die Zahl der Geschäftsreisenden hatte rapide abgenommen. Viele Fluggesellschaften stornierten daraufhin ihre Bestellungen bei Boeing und dem europäischen Erzrivalen Airbus; andere schoben geplante Neuanschaffungen auf unbestimmte Zeit auf.

Beide Flugzeugbauer haben überdies mit hausgemachten Schwierigkeiten zu kämpfen: Bei Airbus hatte der Militärtransporter A400M massive technische Probleme bereitet, bei Boeing waren es die Langstrecken-Maschine 787 Dreamliner sowie der neue Jumbo 747-8. Alle Flugzeuge hinken erheblich hinter ihrem ursprünglichen Zeitplan her.

Den Umsatz sieht das Boeing-Management in diesem Jahr von zuletzt 68,2 Milliarden Dollar auf 64 bis 66 Milliarden Dollar fallen. Erst 2011 soll es wieder aufwärts gehen, wenn die Produktion des Dreamliners und des überarbeiteten Jumbo-Jets voll angelaufen ist. Neben Verkehrsflugzeugen mischt der Konzern auch noch in der Raumfahrt mit und baut Kampfjets und Hubschrauber.

Im ersten Quartal war Airbus seinem Rivalen Boeing davongeflogen. Die Europäer lieferten 122 Maschinen aus, die Amerikaner 108. Dagegen konnte Boeing mit 83 Maschinen mehr neue Bestellungen hereinholen als Airbus mit 60. Die beiden Konzern liefern sich derzeit einen heftigen Schlagabtausch bei neuen Tankflugzeugen für die US-Luftwaffe. Erst am Dienstagabend erklärte Airbus, ohne einen US-Partner um den vorerst 35 Milliarden Dollar schweren Auftrag buhlen zu wollen. (dpa)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+