Bremen „Bremen ist ein möglicher Standort“

Wie wichtig ist der Standort Bremen für Daimler?Markus Schäfer: Das Mercedes-Benz-Werk Bremen ist für uns in vielerlei Hinsicht sehr wichtig. Es hat eine Lead-Werk-Funktion in unserem globalen Produktionsverbund für die C-Klasse mit Produktionsstätten auf vier Kontinenten.
30.09.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von xxx xxxx

Wie wichtig ist der Standort Bremen für Daimler?

Markus Schäfer: Das Mercedes-Benz-Werk Bremen ist für uns in vielerlei Hinsicht sehr wichtig. Es hat eine Lead-Werk-Funktion in unserem globalen Produktionsverbund für die C-Klasse mit Produktionsstätten auf vier Kontinenten. Wenn man die Volumen-Entwicklung der letzten Jahre in Bremen betrachtet, ist das eine fantastische Geschichte. Dort haben wir im letzten Jahr über 324 000 Autos gefertigt, vor ein paar Jahren waren es noch 200 000. Dieses Jahr wird es nochmal eine deutliche Stückzahlsteigerung geben.

Welche Rolle wird Bremen künftig in Bezug auf Fahrzeuge von Mercedes-Benz spielen, die nicht mit Verbrennungsmotoren ausgestattet sind?

Bremen wird langfristig auch an der Produktion von Autos mit alternativen Antrieben teilhaben, ganz klar. Wir wollen langfristige Perspektiven schaffen, für alle unsere Werke weltweit. Unsere Produktionsorganisation ist als globales Netzwerk aufgestellt. So schaffen wir an den Standorten, eine konstante Auslastung und damit auch eine stabile Beschäftigung. Wichtig dafür ist, dass wir in den einzelnen Werken ein breites Produktportfolio haben. Während unsere Werke in der Vergangenheit ein oder zwei verschiedene Modelle produziert haben, reden wir heute von Linien, auf denen unterschiedlichste Fahrzeugvarianten vom Band laufen. Damit können wir flexibel auf die Nachfrage in unseren Märkten reagieren und in unseren Werken für Stabilität sorgen. Das Werk Bremen ist hier mit einem Produktportfolio von heute zehn Fahrzeugtypen das beste Beispiel.

Sie werden ab 2017 den GLC als Brennstoffzellenfahrzeug mit Plug-in-Technologie
in Bremen in Serie schicken. Warum in Bremen?

Bremen hat in der Vergangenheit Enormes geleistet und ist nie stehengeblieben. Wir schauen in eine Zukunft, in der wir kaum vorhersehen können, wie sich Märkte und Antriebsarten entwickeln. Da brauchen wir vor allem eines: Flexibilität. Sowohl im technischen Bereich, als auch in der Werksorganisation, also etwa hinsichtlich der Arbeitszeiten und der Qualifikationen der Mitarbeiter. Bremen erfüllt diesen Anspruch, personell wie auch technologisch. Das Werk hat über viele Jahre hervorragend performed und sich damit eine tolle Basis geschaffen, um den Zuschlag für zukünftige Stückzahlen zu bekommen.

Werden Sie den neuen E-SUV „EQ“ in Bremen produzieren?

Wir produzieren da, wo wir die besten Rahmenbedingungen in Bezug auf Know-how, Flexibilität und verfügbare Kapazitäten haben. Wir sind aktuell noch mitten im Entscheidungsprozess. Bremen ist ein möglicher Standort.

Das sind Faktoren, die Sie dem Bremer Werk zusprechen. Würde sich Bremen daher nicht anbieten?

Als Kompetenzzentrum für die C-Klasse und den GLC ist Bremen sicherlich für alle Derivate, die daraus entstehen, eine gute Wahl. Unser globales Produktionsnetzwerk ist aber heute so flexibel, dass sich auch ­andere Werke für den Bau anbieten. Wir werden die bestmögliche Entscheidung treffen.

2019 soll das Fahrzeug starten, wann werden Sie die Entscheidung über den Produktionsstandort treffen?

Das werden wir in den nächsten Monaten bekanntgeben. Wir wollen schnell in den Markt und haben daher einen engen Zeitplan.

Stichwort E-Fahrzeug-Markt: Der E-SUV soll eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern erreichen. Das ist weniger als bei einem vergleichbaren Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Wie entscheidend wird die Ladeinfrastruktur sein, damit Kunden das Fahrzeug annehmen?

Reichweite, Ladezeit, Infrastruktur der Lademöglichkeiten sind Faktoren, die bestimmen, in welcher Geschwindigkeit sich der Markt für Elektrofahrzeuge entwickeln wird. Und natürlich spielen die Kosten für ein Elektrofahrzeug eine entscheidende Rolle. Eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern ist ein tolles Angebot im Vergleich zum weltweiten Wettbewerb. Damit sind die meisten Nutzungsprofile abgedeckt. Wie oft fährt der Benutzer mehr als 500 Kilometer? Die durchschnittliche Nutzungszeit unserer Kunden beträgt täglich etwa eine Stunde, die durchschnittliche Strecke pro Tag ist 30 Kilometer.

Die Fragen stellte Max Polonyi.

Zur Person

Markus Schäfer wurde 1965 geboren. Seit Januar 2014 ist er Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars und Produktion. Der Maschinenbauingenieur trat 1990 als Teilnehmer der Nachwuchsgruppe des Werks Sindelfingen in die damalige Daimler-Benz AG ein.
Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+