Schulden können weiter abgebaut werden / Viele andere mittelgroße Airports verzeichnen Passagierrückgang Bremer Flughafen erzielt Rekorde

Mit 2,77 Millionen Fluggästen hat der Bremer City Airport im abgelaufenen Jahr ein neues Rekordergebnis erzielt. Die bisherige Bestmarke lag bei 2,67 Millionen Passagieren im Jahr 2011. Dagegen haben einige andere Flughäfen Passagier-Rückgänge zu verzeichnen.
16.01.2015, 00:00
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Bremer Flughafen erzielt Rekorde
Von Peter Hanuschke

Mit 2,77 Millionen Fluggästen hat der Bremer City Airport im abgelaufenen Jahr ein neues Rekordergebnis erzielt. Die bisherige Bestmarke lag bei 2,67 Millionen Passagieren im Jahr 2011. Dagegen haben einige andere Flughäfen Passagier-Rückgänge zu verzeichnen.

Der Bremer Flughafen befindet sich in guter Gesellschaft: Ebenso wie alle Großstadt-Airports wie etwa Frankfurt, Köln/Bonn, München oder Hamburg hat der Bremer City Airport sein Passagieraufkommen im vergangenen Jahr ordentlich steigern können – auch wenn er nicht zu diesen großen internationalen Verkehrs-Drehkreuzen zählt. Mit dem positivem Ergebnis gehört der Bremer Airport zu den Ausnahmen im Vergleich zu anderen mittelgroßen Flughäfen.

Der Bremer Airport machte ein Plus von 6,13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was ein neues Rekordergebnis in der Unternehmensgeschichte bedeutet. Der Umsatz der Flughafen Bremen GmbH lag 2014 bei 42,4 Millionen Euro und somit 2,1 Millionen Euro höher als im Jahr zuvor. Das Jahresergebnis beläuft sich auf ein Plus von 0,9 Millionen Euro – geplant hatte das Unternehmen mit 0,5 Millionen Euro. „Für mich das wichtigste Ergebnis bisher in der Geschichte des Flughafens“, sagt Airport-Chef Jürgen Bula. Diese Bewertung beziehe er nicht auf den neuen Rekord, sondern darauf, „dass das Unternehmensergebnis rein aus dem operativen Geschäft erwirtschaftet wurde.“ Dieses Ergebnis stehe für einen funktionierenden Betrieb.

Parallel zum positiven Ergebnis hat die Flughafen GmbH auch 2014 ihre Bankverbindlichkeiten um 5,3 Millionen Euro auf rund 14,2 Millionen Euro abgebaut. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 hatten sich die Bankverbindlichkeiten noch auf auf 44,7 Millionen Euro belaufen.

Die Verkehrszahlen aller Flughäfen werden der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) erst Anfang Februar vorliegen. Doch schon jetzt ist absehbar, wer zu den großen Verlieren zählt: etwa der frühere Vier-Millionen-Flughafen Frankfurt-Hahn mit 2,45 Millionen Fluggästen (minus 7,9 Prozent), Nürnberg (3,26 Millionen, minus 1,6 Prozent), Paderborn (764 000, minus 3,9 Prozent) und Saarbrücken (rund 400 000, minus 1,3 Prozent).

Ordentlich zulegen kann dagegen Hamburg. Der Großflughafen hat im vergangenen Jahr 14,76 Millionen Passagiere gezählt und damit wie Bremen ein neues Rekordergebnis hingelegt, was ein Passagierwachstum von 9,3 Prozent bedeutet. Beim anderen Flughafen-Nachbarn wird die Bilanz voraussichtlich etwas dürftiger ausfallen: Hannover wird wohl mit knapp über fünf Millionen Passagieren nur auf ein bis zwei Prozent Wachstum kommen.

Aus Sicht von ADV-Geschäftsführer Ralph Beisel spüren alle deutschen Flughäfen weiter die Folgen der europäischen Wirtschaftskrise und leiden unter der schwierigen Situation der Airlines – auch wenn seit April 2013 die Talsohle durchschritten sei und der Passagierflugverkehr in Deutschland insgesamt wieder stabil wachse. Dieser Trend könne aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Entwicklung im internationalen Vergleich gering ausfalle. Ein Grund sei, dass die deutschen Flughäfen nach wie vor die schwierige Marktsituation der europäischen Netzwerk-Carrier spüren, die zu Sparmaßnahmen und Streckenstreichungen geführt hat. „Zudem leidet der deutsche Luftverkehr unter den regulativen und fiskalischen Rahmenbedingungen, die allen Beteiligten die Luft zum Atmen nehmen.“

Laut ADV wird das Passagierwachstum 2014 etwa bei 2,2 Prozent liegen. Dass es dennoch Flughäfen – vor allem kleinere und mittlere – gebe, die einen Rückgang verzeichnen, könne laut Beisel daran liegen, dass sie von einer einzigen Airline abhängig seien und Veränderungen im Flugplan besonders intensiv spürten. „Fast alle kleinen und mittleren Flughäfen werden zwar ihre Betriebskosten, nicht aber ihre Kapitalkosten erwirtschaften können.“

Ob sich das Bremer Ergebnis positiv auf die Mitarbeiter der Tochterfirma Flughafen Bremen Service auswirken wird, das wollte Airport-Chef Bula gestern vor den anstehenden Tarifverhandlungen nicht kommentieren. Kommentar Seite 2

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