Bonn

Briefporto steigt zum 1. Januar – plus 12,7 Prozent seit 2012

Bonn. Zum dritten Mal in Folge erhöht die Deutsche Post zum Jahreswechsel das Porto für den Standardbrief. Erst von 55 Cent auf 58, dann auf 60 und nun auf 62 Cent – ein Anstieg von insgesamt 12,7 Prozent.
30.12.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Peter Lessmann
Briefporto steigt zum 1. Januar – plus 12,7 Prozent seit 2012

Nachdem das Porto von 2003 bis 2012 stabil bei 55 Cent lag, erhöhte die Deutsche Post die Kosten pro Brief seitdem in drei Schritten auf 62 Cent ab 2015.

Caroline Seidel, dpa

Zum dritten Mal in Folge erhöht die Deutsche Post zum Jahreswechsel das Porto für den Standardbrief. Erst von 55 Cent auf 58, dann auf 60 und nun auf 62 Cent – ein Anstieg von insgesamt 12,7 Prozent. Kritik daran kommt vor allem von der Konkurrenz. Die Anhebung sei „unverhältnismäßig, unnötig und willkürlich“, so der Bundesverband Paket und Expressdienstleistungen (BIEK), Sprachrohr der Postkonkurrenten. Durch die Mehreinnahmen könne die Post das Paketgeschäft quersubventionieren und verzerre so den Wettbewerb zulasten der Paketdienstleister und der Verbraucher, so der Verband.

Die Deutsche Post selbst begründet den Anstieg vor allem mit hohen Personalkosten und Investitionen in den Ausbau der Logistik. Den Vorwurf, Briefeschreibern ein überteuertes Porto abzuknöpfen, wie die Wettbewerber des gelben Riesen meinen, weist das Unternehmen zurück. „Im europäischen Vergleich ist das Briefporto der Post immer noch günstig“, betont ein Konzernsprecher. Nach Berechnungen des Unternehmens ist Deutschland in der EU sogar im hinteren Mittelfeld zu finden.

Im Gegensatz zur Konkurrenz kann die Deutsche Post ihre Preise nicht frei gestalten. Sie muss sich die Portoanpassungen von der Bundesnetzagentur genehmigen lassen.

Viele Jahre hatte der gelbe Riese, der im Briefbereich nach Angaben der Bonner Bundesnetzagentur immer noch einen Marktanteil von 90 Prozent hält, das Porto für den Standardbrief nahezu unverändert gehalten. Aufgefangen wurden in dieser Zeit höhere Kosten allein durch eine bessere Produktivität. So hat das Unternehmen erheblich rationalisiert. Bis 2012 flossen rund 400 Millionen Euro in moderne Sortieranlagen. Doch die Reserven sind nahezu ausgeschöpft.

Der Grund für die Krise im klassischen Briefgeschäft liegt jedoch im Boom von SMS, E-Mail, sozialen Netzwerken und Messengerdiensten wie WhatsApp. Vor allem bei den Privatkunden ersetzen sie immer mehr die klassische Papierpost. Dementsprechend sank die Zahl der beförderten Briefe von 9,2 Milliarden im Jahr 2003 auf knapp 7,5 Milliarden im Jahr 2013.

„Wir verlieren jedes Jahr zwei bis drei Prozent Briefvolumen“, erläutert ein Postsprecher. Auf Papier schreiben, Umschlag und Briefmarke suchen, zukleben und zum Briefkasten tragen – das ist vielen Privatkunden offensichtlich zunehmend lästig, vor allem der jüngeren Generation.

Was die Post noch an Briefen befördert ist zu 85 bis 90 Prozent Geschäftspost. Und diese Kundschaft ist von den jetzigen Erhöhungen dementsprechend auch am stärksten betroffen.

Die meisten privaten Kunden haben die erneute Portoerhöhung offenbar klaglos akzeptiert. Das zumindest teilte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mit. Sie registrierte bis kurz vor Jahresende keine Beschwerden im Briefbereich. Das dürfte auch daran liegen, dass Portokosten in den Portemonnaies der Haushalte kaum eine Rolle spielen: Die Ausgaben dafür lagen laut Statistischem Bundesamt zuletzt gerade einmal bei 4,17 Euro im Monat. Und ein Postsprecher beteuert: Die Preiserhöhung mache sich am Ende nur mit drei Cent beim Verbraucher bemerkbar.

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