Handel Buchhändler Barnes & Noble erwägt eigenen Verkauf

New York. Die Umwälzungen in der Bücherwelt treiben den weltgrößten Buchhändler Barnes & Noble zu drastischen Schritten: Das New Yorker Unternehmen erwägt, sich selbst zum Verkauf zu stellen. Mit dem Gründer und Großaktionär Leonard Riggio steht auch schon ein möglicher Käufer bereit.
04.08.2010, 13:50
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New York. Die Umwälzungen in der Bücherwelt treiben den weltgrößten Buchhändler Barnes & Noble zu drastischen Schritten: Das New Yorker Unternehmen erwägt, sich selbst zum Verkauf zu stellen. Mit dem Gründer und Großaktionär Leonard Riggio steht auch schon ein möglicher Käufer bereit.

Er meldete sich am Dienstag zu Wort. Ein zweiter Investor lauert im Hintergrund. Der Druck auf Barnes & Noble ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Vor allem der Onlinehändler Amazon macht dem Traditionshaus das Leben schwer, zuletzt im Geschäft mit elektronischen Büchern. Die Lesegeräte gehen inzwischen zu Spottpreisen ab umgerechnet gut 100 Euro über die Theke. Auch Apple ist mit seinem Tablet-Computer iPad in den Markt eingestiegen.

Die hohen Investitionen in die neue Technik dürften bei Barnes & Noble zu einem Verlust im laufenden Geschäftsjahr führen, warnte das Unternehmen Ende Juni. Im vergangenen Geschäftsjahr (bis 1. Mai) halbierte sich der Gewinn bereits auf 37 Millionen Dollar (28 Mio Euro).

Die Aktie ist so billig wie seit 1994 nicht mehr. Der Gesamtwert von weniger als einer Milliarde Dollar macht es für Investoren attraktiv einzusteigen. Denn der Name Barnes & Noble hat in den Staaten immer noch einen hervorragenden Klang. Die Kette ist landesweit vertreten und verkauft im Jahr rund 300 Millionen Bücher. Der Umsatz lag zuletzt bei 5,8 Milliarden Dollar.

Neben Gründer Riggio, der knapp 30 Prozent am Unternehmen hält, dürfte der umtriebige Investor Ron Burkle die Hand heben. Er hält 19 Prozent und will seinen Anteil steigern. Riggio sucht nun nach Verbündeten und erklärte, er wolle sich möglicherweise mit einer Investorengruppe zusammentun.

In Erwartung einer Übernahmeschlacht sprang die Aktie nachbörslich um ein Viertel hoch auf mehr als 16 Dollar. Zu Spitzenzeiten im Jahr 2006 waren es mehr als 46 Dollar. Seitdem ging es bergab. (dpa)

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