Chemie Chemieindustrie glaubt nicht an schnelle Erholung

Frankfurt/Main. Die deutsche Chemieindustrie wird sich nach Einschätzung ihres Spitzenverbandes nur langsam von dem Einbruch des Vorjahres erholen.
04.03.2010, 13:20
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Frankfurt/Main. Die deutsche Chemieindustrie wird sich nach Einschätzung ihres Spitzenverbandes nur langsam von dem Einbruch des Vorjahres erholen.

Vom mit Abstand wichtigsten Exportmarkt EU sei im Jahr 2010 nur eine geringe Dynamik für die Produktion zu erwarten, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Utz Tillmann, in Frankfurt. Im Inland arbeiteten wichtige Kundenbranchen wie Auto, Bau und Maschinenbau auf absehbare Zeit weit unter dem Niveau vor der Krise. Gestützt werde die Chemieproduktion von stärkerer Nachfrage vor allem aus Asien und Südamerika.

Im Vergleich zum Krisenjahr 2009 werde der Umsatz um etwa 6 Prozent bei leicht anziehenden Preisen steigen, aber noch nicht wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Dabei werde sich der Export besser entwickeln als das Inlandsgeschäft. Die Produktion werde um etwa 5 Prozent anziehen, bestätigte der VCI frühere Prognosen. Die Anlagen seien mit zuletzt 78 Prozent immer noch nicht ausreichend ausgelastet. Vor der Krise seien Werte bis 85 Prozent erreicht worden. «Die Betriebe operieren weiterhin im Krisenmodus», erklärte Tillmann.

Das vierte Quartal 2009 hatte laut VCI noch eine sehr schnelle Erholung gezeigt, die sich aber 2010 abschwächen werde. Mit einem erneuten Einbruch rechneten die Betriebe aber auch nicht. Die Produktion hatte in den letzten drei Monaten des Vorjahres im Vergleich zum Vorquartal um starke 5,3 Prozent angezogen und der Umsatz um 4,2 Prozent auf 36,5 Milliarden Euro zugelegt.

Für 2009 errechnete der Verband im Vergleich zum Vorjahr ein Produktionsminus von 10,1 Prozent und einen Umsatzrückgang von 13,5 Prozent auf 152,7 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten ging nur um 1,5 Prozent auf 435 000 zurück, was Tillmann auf eine «konzertierte Aktion ohne Absprache» von Staat, Unternehmen und Gewerkschaften zurückführte. Die Unternehmen hätten in der Krise Kosten noch besser in den Griff bekommen und die Forschung und Entwicklung vorangetrieben, so dass die Chemie gut aufgestellt sei.

Der VCI vertritt nach eigenen Angaben rund 1650 Chemieunternehmen in Deutschland und steht für mehr als 90 Prozent der viertgrößten deutschen Industriebranche. (dpa)

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