Banken Citigroup schreibt wieder tiefrote Zahlen

New York. Der US-Finanzkonzern Citigroup leidet noch immer kräftig unter den Folgen der Finanzkrise. Im vierten Quartal 2009 machte die Bank einen Verlust von unterm Strich 7,6 Milliarden Dollar (5,3 Mrd Euro).
19.01.2010, 18:40
Lesedauer: 2 Min
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New York. Der US-Finanzkonzern Citigroup leidet noch immer kräftig unter den Folgen der Finanzkrise. Im vierten Quartal 2009 machte die Bank einen Verlust von unterm Strich 7,6 Milliarden Dollar (5,3 Mrd Euro).

Neben der Rückzahlung von Staatshilfen lasteten weiter hohe Kreditausfälle auf dem Unternehmen. «Die US-Konsumentenkredite bleiben das Schlüsselproblem», sagte Bankchef Vikram Pandit am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Frühstens im zweiten Quartal sieht das Management hier eine Entspannung.

Die Citigroup gehört zu den Verlierern der Finanzkrise. Vor einem Jahr, zum Höhepunkt der Verwerfungen an den weltweiten Märkten, hatte sie einen Verlust von 17,3 Milliarden Dollar angehäuft. Börsianer hatten auf eine schnellere Erholung gehofft.

Daran konnten auch die aufmunternden Worte von Bankchef Pandit nichts ändern. «Wir haben 2009 enorme Fortschritte gemacht», sagte er den Aktionären. Die Citigroup sei gestärkt in das laufende Jahr gegangen. Laut Finanzchef John Gerspach zahlen die Schuldner in Asien und Lateinamerika ihre Raten wieder pünktlicher. Mit insgesamt 8,2 Milliarden Dollar musste die Citigroup im Schlussquartal gut ein Drittel weniger für faule Kredite zurücklegen als vor einem Jahr.

Er bleibe aber vorsichtig, schob Finanzchef Gerspach hinterher. In der Krise sind viele Firmen pleitegegangen, Menschen wurden arbeitslos. Im Privatkundengeschäft waren die Zahlen angesichts der Belastung tiefrot. Und auch das bei anderen Banken als Stütze fungierende Investmentbanking schwächelte.

Dickster Brocken, den die Citigroup zu schultern hatte, waren aber die Gebühren und Zinsen im Zusammenhang mit der Rückzahlung der Staatshilfen. In der Krise hatte die US-Regierung das Institut mit einer Finanzspritze von 45 Milliarden Dollar aufgepäppelt. Einen großen Teil der Hilfen zahlte die Bank im Dezember zurück, die USA sind mit einem Anteil von 27 Prozent aber immer noch größter Aktionär. Möglich wurde die Rückzahlung durch eine Kapitalerhöhung und die Verkäufe von Beteiligungen.

Der Rivale JP Morgan Chase hatte im Schlussquartal 2009 unterm Strich schon wieder 3,3 Milliarden Dollar verdient und damit seine Spitzenstellung in der US-Bankenwelt eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Ein ums andere Mal war es das Investmentbanking, das das Geld brachte. Im Privatkundengeschäft schrieb JP Morgan dagegen ebenfalls rote Zahlen wegen hoher Kreditausfälle.

Branchenvertreter und Beobachter sehen in den faulen Krediten das größte Risiko für die Erholung der Branche im besonderen und der Wirtschaft im allgemeinen. Alleine in den USA sind seit Jahresbeginn schon wieder drei kleinere Banken umgefallen. Die US-Steuerzahler haben insgesamt 700 Milliarden Dollar in die Finanzbranche gepumpt, um sie vor dem Kollaps zu bewahren. Mit einer Sonderabgabe für die Wall-Street-Größen will US-Präsident Barack Obama nun einen größeren Teil des Geldes zurückholen.

Citigroup-Chef Pandit verwies darauf, dass sich seine Bank erheblich verkleinert habe. «Wir haben viele unserer Geschäfte restrukturiert.» 23 Beteiligungen seien verkauft worden, die Zahl der Mitarbeiter sei binnen eines Jahres von 375 000 auf 265 000 gesunken.

In den kommenden Tagen folgen weitere Großbanken mit ihren Zahlen. Die Bank of America, Wells Fargo und Morgan Stanley hingen ebenfalls lange am Tropf des US-Steuerzahlers, konnten sich mittlerweile aber abnabeln. Die US-Investmentbank Goldman Sachs schreibt wie JP Morgan schon seit mehreren Quartalen wieder Milliardengewinne. (dpa)

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