Stuttgart/Mexico City

Daimler baut Kompaktwagen mit Renault und Nissan in Mexico

Stuttgart/Mexico City. Daimler und die Allianz aus Renault und Nissan bauen künftig gemeinsam Kompaktwagen.
28.06.2014, 00:00
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Von Annika Graf
Daimler baut Kompaktwagen mit Renault und Nissan in Mexico

Daimler, Renault, Nissan

Bernd Weißbrod; Marijan Murat, dpa

. Daimler und die Allianz aus Renault und Nissan bauen künftig gemeinsam Kompaktwagen. Die beiden Partner investieren eine Milliarde Euro in ein entsprechendes Werk in Mexiko, wie Daimler am Freitag mitteilte. Das Projekt, für das die beiden Partner ein Joint Venture gründen, sei eines der größten der 2010 vereinbarten Partnerschaft, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche. Die beiden Autobauer wollen zusammen Komponenten für eine neue Generation von Kompaktwagen entwickeln.

In dem Werk, das an den Nissan-Standort in Aguascalientes andockt, sollen von 2017 an Nissan-Modelle der Marke Infiniti vom Band rollen. 2018 folgt die Produktion von Autos der Marke Mercedes-Benz. „Wir werden Autos mit komplett unterschiedlichen Identitäten haben“, sagte Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn. Geteilt werde alles, was funktional ist, sagte Zetsche. „Was sichtbar ist, bleibt getrennt.“

Wie die Autos aussehen werden, blieb noch offen: Es sei noch zu früh, um über die Spezifika der künftigen Modelle zu sprechen, sagte Zetsche. Jährlich soll das Werk rund 300 000 Autos produzieren. Wenn es 2021 seine vollen Produktionskapazitäten entwickelt hat, sollen dort 5700 neue Arbeitsplätze entstehen. Die Partner wollen außerdem auf Lieferanten vor Ort setzen. „Es gibt eine sehr gut entwickelte Zulieferer-Basis in diesem Land“, sagte Zetsche.

Mexiko zieht immer mehr große Autohersteller an. Die Firmen schätzen die Nähe zum wichtigen nordamerikanischen Markt. Mexiko ist nicht nur Mitglied des südamerikanischen Handelsabkommens Mercosur, sondern hat zusammen mit Kanada und den USA auch das nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) unterschrieben. Innerhalb des NAFTA-Raums sticht das Land durch einige Vorteile wie die niedrigen Lohnkosten hervor. „Das Werk hilft uns, die Nachfrage in Nordamerika besser zu bedienen“, sagte Zetsche.

Für den Stuttgarter Autobauer ist Nordamerika als Wachstumsmarkt besonders wichtig. Im Gegensatz zu China, wo die Schwaben noch den Anschluss zur Konkurrenz suchen, rang Daimler in den USA mit BMW und Volkswagen zuletzt um den Spitzenplatz unter den deutschen Herstellern. Bis Mai verkaufte Daimler im NAFTA-Raum 141 520 Autos der Marken Mercedes und Smart – etwa ein Fünftel seines gesamten Absatzes. Der Großteil davon ging in die USA.

Daimlers Partner Nissan produziert in Aguascalientes bereits seit 1992 – inzwischen sind es 850 000 Fahrzeuge jährlich. Daimler baut mit dem neuen Werk seinen sechsten Pkw-Produktionsstandort im Ausland auf. In Mexiko stellen die Schwaben bereits Lastwagen und Busse her und betreiben ein Werk für die Aufbereitung von Motoren und Getrieben.

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