Auto Daimler meldet sich zurück

Stuttgart. Daimler-Chef Dieter Zetsche hat nach einem Gewinnsprung des Autobauers im ersten Quartal neues Selbstbewusstsein getankt. Der Konzernlenker schraubte die Prognose für das laufende Jahr deutlich nach oben.
27.04.2010, 15:50
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Stuttgart. Daimler-Chef Dieter Zetsche hat nach einem Gewinnsprung des Autobauers im ersten Quartal neues Selbstbewusstsein getankt. Der Konzernlenker schraubte die Prognose für das laufende Jahr deutlich nach oben.

Der Manager peilt für den Konzern nun ein operatives Ergebnis von mehr als vier Milliarden Euro an. Finanzvorstand Bodo Uebber sagte am Dienstag, wichtiger Grund für die neuen ehrgeizigen Ziele sei eine sehr gute Geschäftsentwicklung vor allem im März und im April. «Wir haben jetzt eine bessere Sicht.» Im Februar hatte Zetsche nach den tiefroten Zahlen des Vorjahres noch einen weit vorsichtigeren Ausblick gegeben und ein EBIT von mehr als 2,3 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Im Auftaktquartal fuhren die Stuttgarter einen Nachsteuergewinn von 612 Millionen Euro ein. In den ersten drei Monaten 2009 hatte der Premiumhersteller noch einen Fehlbetrag von 1,3 Milliarden Euro verbucht. «Dieses sehr gute Ergebnis im ersten Quartal zeigt, dass wir in der Krise unsere Hausaufgaben erledigt haben und jetzt mit neuem Schwung auf den Erfolgspfad zurückgekehrt sind», sagte Zetsche.

Rückenwind bekommen die Schwaben vor allem von den anziehenden Pkw-Verkäufen. Aber auch die zuletzt arg gebeutelte Lkw-Sparte verbuchte nach vier verlustreichen Quartalen 2009 zum Start ins Jahr wieder einen operativen Gewinn von 130 Millionen Euro. Zudem zeigten die Sparprogramme bei Daimler weiter Wirkung. «Wir konnten die Kosten auf sehr niedrigem Niveau halten», sagte Uebber.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich dank des kräftig anziehenden Autoabsatzes von minus 1,4 Milliarden auf plus 1,2 Milliarden Euro. Die Stuttgarter verkauften in den ersten drei Monaten 2010 mit weltweit 402 700 Pkw und Nutzfahrzeugen ein Fünftel mehr Fahrzeuge. Den Konzernumsatz baute Daimler im Jahresvergleich von 18,7 Milliarden auf 21,2 Milliarden Euro aus. Ende März beschäftigte der Autobauer weltweit 254 779 Menschen, das sind drei Prozent weniger als vor einem Jahr. 2010 soll die Zahl der Beschäftigten stabil bleiben oder leicht steigen.

Daimler wolle 2010 deutlich mehr Pkw und Nutzfahrzeuge absetzen als im Krisenjahr 2009 (1,6 Millionen), erklärte Zetsche. Auch die Erlöse sollen wieder steigen (2009: 78,9 Milliarden), allerdings noch deutlich unter dem Niveau von 2008 bleiben (98,5 Milliarden Euro). 2009 hatte der Premiumhersteller noch tiefrote Zahlen und einen Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 1,5 Milliarden Euro verbucht.

Die Pkw-Sparte profitierte im ersten Quartal von stark anziehenden Verkaufszahlen im Oberklasse- und Luxussegment. Vor allem in China und den USA verkaufte Daimler mehr Autos als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt legte der Absatz um ein Fünftel auf 277 117 Wagen zu. Das EBIT lag bei 806 Millionen Euro (Vorjahresquartal: minus 1,1 Milliarden Euro).

Mit seiner Beteiligung am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS handelte sich Daimler dagegen eine Ergebnisbelastung von 269 Millionen Euro ein. Grund sind Rückstellungen in der EADS-Bilanz wegen der Verzögerungen beim Militärtransporter A400M. Daimler hält 22,5 Prozent der Stimmrechte und 15 Prozent der wirtschaftlichen Anteile an dem Luft- und Raumfahrtkonzern. (dpa)

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