Standardwert Dax erholt sich von Vortagesverlusten

Frankfurt/Main. Nach den deutlichen Vortagesverlusten ist der Dax am Mittwoch wieder mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. Börsianer sprachen von einer leichten Erholung, nachdem der Leitindex am Dienstag unter dem enttäuschenden Start der US-Berichtssaison gelitten hatte.
13.01.2010, 18:30
Lesedauer: 3 Min
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Frankfurt/Main. Nach den deutlichen Vortagesverlusten ist der Dax am Mittwoch wieder mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. Börsianer sprachen von einer leichten Erholung, nachdem der Leitindex am Dienstag unter dem enttäuschenden Start der US-Berichtssaison gelitten hatte.

Der Dax rückte nun wieder ein wenig an die psychologisch wichtige Marke von 6.000 Punkten heran und legte um 0,34 Prozent auf 5.963,14 Punkte zu. Für den MDax ging es um 0,96 Prozent auf 7.856,01 Punkte hoch. Der TecDax stieg um 1,16 Prozent auf 851,87 Zähler.

Die Reaktion der Anleger auf die jüngsten Geschäftszahlen des US-Aluminiumriesen Alcoa habe gezeigt, dass der Markt weiter anfällig sei, sagte Händler Stefan Söllner von der Postbank. Die Luft nach oben werde immer dünner. Am Ende habe es der Dax vor allem durch die Hilfe der Wall Street noch ins Plus geschafft, meinten Börsianer.

Aktien von Infineon Technologies setzten sich mit einem Plus von 3,16 Prozent auf 4,111 Euro an die Dax-Spitze. Goldman Sachs hatte die Papiere des Halbleiterkonzerns auf die "Conviction Buy List" gesetzt und das Kursziel von 4,30 auf 6,00 Euro erhöht. Analyst Simon S. Schafer hob in einer Sektorstudie seine Gewinnschätzungen für Halbleiterwerte an, da er mit robusten Ergebnissen für das vierte Quartal 2009 rechnet. Titel von BASF stiegen um 0,94 Prozent auf 42,375 Euro. Der Chemiekonzern hatte den Patentstreit über Pflanzenschutzmittel mit seinem US-Rivalen DuPont beigelegt.

Bankenaktien aber zählten im Dax zu den größten Verlierern. Die amerikanischen Finanztitel wurden schon am Tag zuvor an der Wall Street von US-Präsident Barack Obama in Aufruhr versetzt, der den Instituten eine Sonderabgabe für die staatlichen Rettungsprogramme aufdrücken will. Zudem wirkte sich eine Gewinnwarnung der französischen Bank Societe Generale negativ aus, genauso wie eine Erhöhung der Anforderungen an die Mindestreserven durch die chinesische Notenbank. Die Aktien der Deutschen Bank führten am Morgen lange Zeit die Verliererliste an und verloren am Ende noch 1,68 Prozent auf 50,34 Euro. Die Commerzbank-Aktien büßte nach einem charttechnisch getriebenen Zwischenhoch 0,62 Prozent auf 6,554 Euro ein.

Die Volkswagen-Vorzüge (VW) sackten am Indexende um 2,61 Prozent auf 63,50 Euro ab. Ein Händler wies darauf hin, dass die Papiere des Autobauers schon seit einigen Tagen zu den größten Verlierern im Leitindex zählten. Eventuell trennten sich einige Anleger vor der anstehenden großen Kapitalerhöhung von den Papieren, spekulierte der Börsianer.

Titel des Rüstungskonzern Rheinmetall rückten nach anfänglichen Verlusten mit positiven Analystenkommentaren und einem Plus von 8,50 Prozent auf 47,505 Euro unter die Top-Performer im MDax. Credit Suisse hatte an diesem Mittwoch das Kursziel für Rheinmetall von 50,00 auf 58,00 Euro angehoben und die Einstufung auf "Outperform" belassen, nachdem Rheinmetall am Dienstag ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Lastwagenbauer MAN zum Bau militärischer Radfahrzeuge bekanntgegeben hatte. Das Unternehmen werde für Umsätze von insgesamt über einer Milliarde Euro sorgen, schrieb Analyst Pascal Spano. Auch andere Analysten fanden lobende Worte. Ferner kletterten die Titel von Tui um 4,89 Prozent auf 6,97 Euro. Händler begründeten dies mit Aussagen des Hapag-Lloyd-Mitbesitzers Klaus-Michael Kühne, wonach die Containerschifffahrt ihren Tiefpunkt überwunden habe und wieder Kurs halte. Der Reisekonzern Tui hält 43 Prozent der Anteile an der Container-Linienreederei, ein Konsortium um Kühne den Rest.

Die Papiere von Douglas jedoch fielen um 0,45 Prozent auf 33,20 Euro. Einem Händler zufolge waren der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen und der Vorsteuergewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 etwas besser als erwartet ausgefallen, wohingegen der Reingewinn etwas enttäuscht habe.

Darüber hinaus rückten vor allem Unternehmen aus dem Technologiesektor in den Fokus: Im TecDax etwa fielen die Anteilsscheine von Freenet am Index-Ende um 2,48 Prozent auf 9,011 Euro. Die vom Finanzinvestor Permira kontrollierte Telco Holding trennt sich von ihrem verbliebenen 10,1 Prozent am Mobilfunkanbieter. Bei Dialog Semiconductor sorgte Verwirrung um die Umsatzerwartungen für beachtliche Kursschwankungen. Nach anfänglichen Verlusten sprangen die Papiere zu Handelsschluss um satte 10,82 Prozent auf 10,75 Euro nach oben. Der Schaltkreis-Hersteller hatte seinen Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr nach vorläufigen Zahlen um rund ein Drittel auf 218 Millionen US-Dollar gesteigert. Die Verwirrung stiftete eine unterschiedliche Auslegung der durchschnittlichen Markterwartungen: Das anfängliche Fazit eines Börsianers, dass die Umsätze unter den Erwartungen lägen, wurde schnell von anderen Marktteilnehmern widerlegt. (dpa)

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