USA Deutsche Autobauer sahnen in den USA ab

Detroit. Der US-Automarkt hat den zweiten Monat in Folge an Schwung verloren. Die Verkäufe legten im Juli um magere 5 Prozent verglichen zum Vorjahresmonat zu, wie der Marktforscher Autodata errechnet hat. Eine gute Million Wagen wechselten den Besitzer. Experten hatten mehr erwartet.
04.08.2010, 14:50
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Detroit. Der US-Automarkt hat den zweiten Monat in Folge an Schwung verloren. Die Verkäufe legten im Juli um magere 5 Prozent verglichen zum Vorjahresmonat zu, wie der Marktforscher Autodata errechnet hat. Eine gute Million Wagen wechselten den Besitzer. Experten hatten mehr erwartet.

Positiv heraus stachen die deutschen Hersteller. Sie konnten fast dreimal so schnell wachsen wie die Branche und erhöhten damit ihren Marktanteil bis zum Juli auf 7,4 Prozent. Im Vorjahreszeitraum waren es 7,3 Prozent. «Alle deutschen Hersteller haben in den ersten sieben Monaten ihren Pkw-Absatz auf dem hart umkämpften nordamerikanischen Markt gesteigert», sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), am Mittwoch.

Vor allem Porsche brauste im Juli mit Vollgas davon. Die Zuffenhausener legten das beste Ergebnis in zwei Jahren hin und setzten mit rund 2700 Autos drei Viertel mehr Fahrzeuge ab. Verkaufsschlager waren der Geländewagen Cayenne, knapp gefolgt von der Limousine Panamera.

Beliebteste deutsche Marke in den Vereinigten Staaten war wieder einmal VW mit knapp 23 900 verkauften Autos, ein Plus von 16 Prozent. BMW konnte mit seiner Stammmarke im gleichen Maße auf fast 19 100 Autos zulegen. Es folgten Mercedes-Benz mit einem Zuwachs von 7 Prozent auf 17 400 Pkw und Audi mit einem Sprung um 22 Prozent auf 7800 Autos. Audi steuere auf das beste Jahr in den USA überhaupt zu, sagte Landeschef Johan de Nysschen.

Die Kleinwagen-Töchter Mini und Smart verloren dagegen weiter an Boden. Mit der wirtschaftlichen Erholung greifen viele US-Amerikaner wieder zu den großen Geländewagen und Pick-Up-Trucks. Jeder zweite in den Staaten verkaufte Wagen ist ein solches Dickschiff. Ihre Verkäufe legten nach den Autodata-Zahlen um fast 18 Prozent zu, während die Pkw 5 Prozent verloren.

Die Deutschen schnitten sich ein gutes Stück vom Kuchen ab mit Modellen wie dem BMX X5, dem Mercedes-Benz GL oder dem VW Touareg. Geländewagen und Pick-Up-Trucks sind eigentlich die Domäne von General Motors, Ford und Chrysler. Nicht zuletzt wegen der steigenden Verkäufe der Gewinnbringer geht es den US-Konzernen nach dem Katastrophenjahr 2009 wieder besser. Damals hatten GM und Chrysler nur dank großzügiger Staatshilfe überleben können.

Im Juli mussten sich die «Big Three» mit Verkaufszuwächsen zwischen 3 Prozent (Ford) und 5 Prozent (General Motors, Chrysler) begnügen. Die großen japanischen Hersteller Honda und Toyota büßten sogar um 2 bis 3 Prozent ein. Ohne einen zusätzlichen Verkaufstag im Vergleich zum Vorjahresmonat wären die Zahlen wohl noch schlechter ausgefallen.

Die fünf Konzerne stehen für mehr als die Hälfte der gesamten Autoverkäufe in den USA. Allein Marktführer GM setzte im Juli mit 199 700 Wagen mehr Autos ab als alle Deutschen zusammen. Die hiesigen Hersteller tummeln sich vor allem im schmalen, aber lukrativen Premiumsegment.

Der Grund für das schwache Wachstum lag in der Zurückhaltung der Firmenkunden, die zu Jahresbeginn den Aufschwung auf dem US-Automarkt getragen hatten. Die Verkaufszahlen waren seit Februar durchgängig prozentual zweistellig gestiegen. Dafür griffen jetzt verstärkt die Privatkunden zu - und die entschieden sich in vielen Fällen für die vergleichsweise teuren deutschen Autos.

BMW hatte dank der boomenden Exporte am Dienstag einen Umsatz- und Gewinnsprung für das zweite Quartal vermeldet und war damit Mercedes und Audi gefolgt. Das starke Geschäft jenseits der Grenzen konnte die anhaltende Schwäche in Deutschland wettmachen.

Die Neuzulassungen hatten hierzulande im Juli um 30 Prozent unter Vorjahr gelegen. Der deutsche Markt war mit zuletzt 237 400 Fahrzeugen gerade mal ein Viertel so groß wie der US-amerikanische.

Die einzigen, die den Amerikanern von den Stückzahlen her in der Heimat Paroli bieten können, sind die asiatischen Autohersteller. Unter den kleineren Vertretern konnten Nissan, Mazda, Mitsubishi, Subaru, Kia und Hyundai zulegen. Verlierer war Suzuki, die in dem Riesenland weniger als 2000 Autos losschlugen. (dpa)

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