Auto Deutsche Autobauer setzen auf das Ausland

Genf. Die deutschen Autobauer setzen angesichts drastisch einbrechender Verkäufe in der Heimat verstärkt auf das Geschäft im Ausland. Vor allem in Asien hoffen gerade die Premiumhersteller auf deutlichen Zuwachs.
02.03.2010, 18:20
Lesedauer: 2 Min
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Genf. Die deutschen Autobauer setzen angesichts drastisch einbrechender Verkäufe in der Heimat verstärkt auf das Geschäft im Ausland. Vor allem in Asien hoffen gerade die Premiumhersteller auf deutlichen Zuwachs.

Im Februar verbuchten auf dem deutschen Markt mit Ausnahme von BMW alle heimischen Hersteller nach dem Wegfall der staatlichen Abwrackprämie deutliche Einbußen. Insgesamt ging die Zahl der Neuzulassungen im zweiten Monat um fast ein Drittel auf 194 800 Fahrzeuge zurück. Der Export der deutschen Hersteller hingegen legte im fünften Monat in Folge zu. Auf dem 80. Autosalon in Genf zeigten sich die Konzerne für das Jahr insgesamt vorsichtig optimistisch.

Auch bei den Klein- und Ökoautos nehmen die lange als zögerlich kritisierten Unternehmen langsam Fahrt auf. Volkswagen will bis 2018 rund drei Prozent des Gesamtabsatzes mit E-Autos bestreiten. Und auch BMW will noch vor 2015 sein stromgetriebenes «Megacity Vehicle» auf den Markt bringen. Daimler plant gemeinsam mit einem chinesischen Partner ein kleines Elektroauto für den dortigen Markt.

Es sei klar erkennbar, dass sich «die automobilen Gewichte auf dem Weltmarkt verschieben», sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, am Dienstag auf dem Genfer Automobilsalon. Vor allem die Bedeutung der asiatischen Märkte werde immer größer. «Wer wie die deutschen Hersteller und Zulieferer dort präsent ist, wird zu den Gewinnern gehören», sagte Wissmann. Neben Asien insgesamt gehörten zu den Wachstumsmärkten auch die USA. «Dort werden die deutschen Hersteller weiter Marktanteile gewinnen.»

Die Strategie der Autobauer auch die Fertigung im Ausland weiter auszubauen, sei richtig. «Bislang hat das auch der inländischen Beschäftigung genutzt. Es galt die Faustregel: zwei bis drei neue Arbeitsplätze im Ausland sichern oder schaffen einen Arbeitsplatz im Inland», sagte Wissmann. «Wir werden alles daran setzen, dass diese Relation auch künftig gilt.» BMW etwa geht davon aus, dass künftig die Zahl der im Inland produzierten Fahrzeuge um zehn auf dann 60 Prozent sinken wird. Deutsche Jobs seien dadurch nicht gefährdet - auch dank der steigenden Absatzzahlen im Ausland.

Insgesamt werden die Verkäufe in Deutschland 2010 nach dem Absatzfeuerwerk durch die Abwrackprämie nach Schätzung des VDA auf 2,75 bis 3 Millionen einbrechen. Im vergangenen Jahr waren noch 3,8 Millionen Autos verkauft worden. Weltweit werde die Zahl der verkauften Autos 2010 auf rund 57 Millionen Fahrzeuge steigen - nach 55,3 Millionen im Vorjahr. Exportiert haben die deutschen Hersteller im Februar 337 600 Pkw ins Ausland, das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 57 Prozent. Auch die Bestellungen aus dem Ausland legten um rund ein Drittel zu.

Der weltgrößte Hersteller Toyota entschuldigte sich auf der Messe in Genf bei seinen europäischen Kunden für die Folgen des Rückruf-Desasters und die Pannenserie. Zugleich versuchte Europachef Tadashi Arashima der schweren Vertrauenskrise auch Positives abzugewinnen. «Das gibt uns die Möglichkeit, den Kunden zu sehen und das Verhältnis zu ihm zu festigen», sagte Europa-Chef Tadashi Arashima am Dienstag in Genf. Der Konzern ist derzeit wegen verschiedener technischer Probleme von einer beispiellosen Rückrufwelle erschüttert. Die Auswirkungen des Rückrufs auf Verkäufe und Ergebnis wollte Arashima noch nicht beziffern. Der Europachef erwartet aber in diesem Jahr geringere Verkäufe als im Vorjahr. (dpa)

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