Tabak Deutsche bezahlen mehr fürs Rauchen

Wiesbaden/Bünde. Die Raucher in Deutschland haben im vergangenen Jahr mehr Geld für ihre Sucht ausgegeben. Zugleich sanken aber die Einnahmen des Staates aus der Tabaksteuer erneut.
19.01.2010, 16:11
Lesedauer: 1 Min
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Wiesbaden/Bünde. Die Raucher in Deutschland haben im vergangenen Jahr mehr Geld für ihre Sucht ausgegeben. Zugleich sanken aber die Einnahmen des Staates aus der Tabaksteuer erneut.

Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, wurden insgesamt Tabakwaren mit einem Wert im Handel von knapp 22,8 Milliarden Euro versteuert - ein Plus von 1,4 Prozent oder rund 315 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Allerdings wird in Deutschland immer weniger geraucht: Die erhöhten Umsätze sind auf Preiserhöhungen zurückzuführen. Da Schmuggelware nicht erfasst werden kann, gilt die Statistik nur als Indiz für den tatsächlichen Konsum.

Nach Auskunft der zentralen Steuerzeichenstelle in Bünde, die bundesweit die Steuerbanderolen herausgibt, kamen 2009 rund 13,35 Milliarden Euro aus der Tabaksteuer zusammen. Das waren etwa 200 Millionen Euro weniger als 2008. Dazu komme ein geringer Betrag, der etwa durch die Besteuerung von kleinen Mengen bei der Einfuhr eingenommen werde. 2008 nahm der Staat noch rund 13,6 Milliarden aus der Tabaksteuer ein.

Nach den Angaben der Statistiker wurden 2009 in Deutschland mit 86,6 Milliarden Zigaretten 1,4 Milliarden Stück weniger versteuert als im Vorjahr. Das sei ein Minus von 1,6 Prozent. Im Durchschnitt rauchte jeder Einwohner in Deutschland im vergangenen Jahr nach vorläufigen Daten 1055 Zigaretten. Damit setzte sich der rückläufige Trend der letzten Jahre fort: 2004 hatte der Durchschnitt noch bei 1355 Glimmstängeln pro Einwohner gelegen.

Sehr stark rückläufig waren die versteuerten Absatzmengen von Pfeifentabak (- 57,2 Prozent) sowie von Zigarren und Zigarillos (- 24,6 Prozent). Der Absatzeinbruch beim Pfeifentabak sei vor allem auf die geänderte steuerliche Behandlung der sogenannten Pseudo- Pfeifentabake zurückzuführen, die seit Juli 2008 mit dem höheren Steuersatz von Feinschnitt besteuert werden.

Gleichzeitig drehen nach der Preiserhöhung für Zigaretten Mitte vergangenen Jahres viele Raucher wieder selbst. Der Absatz von Feinschnitt stieg nach den Angaben 2009 um 11,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. (dpa)

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