Luftverkehr Deutsche Fluggesellschaften wollen Ticketabgabe voll weitergeben

Berlin. Die deutschen Fluggesellschaften wollen ihre Kunden voll mit der soeben von der Bundesregierung beschlossenen Ticketabgabe belasten - allerdings zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Das ergab eine Umfrage der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung».
05.09.2010, 14:30
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Berlin. Die deutschen Fluggesellschaften wollen ihre Kunden voll mit der soeben von der Bundesregierung beschlossenen Ticketabgabe belasten - allerdings zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Das ergab eine Umfrage der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung».

Der Aufschlag wird nach Entfernung gestaffelt und in drei Stufen pro Fluggast erhoben. Für Inlandsflüge und europäische Kurzstrecken etwa nach Frankreich, Spanien oder Zypern sind es 8 Euro. In Stufe zwei, die Mittelstreckenziele wie Ägypten oder die Vereinigten Arabischen Emirate umfasst, sind es 25 Euro. Für alle weiter entfernten Ziele wie Fernreisen in die USA oder nach Thailand werden 45 Euro kassiert. Nach «FAS»-Berechnung können Tickets bis zu 55 Euro teurer werden, bei Kombination eines innerdeutschen Zubringerflugs (8 Euro plus Mehrwertsteuer) mit einem Interkontinentalflug (45 Euro).

Laut «FAS» reicht die Lufthansa bei Tickets für 2011 und später die Luftverkehrssteuer seit Samstag an die Kunden durch, Germanwings voraussichtlich von diesem Montag an, Germania erst mit Beginn des Winterflugplans. Air Berlin und Condor wollten dagegen warten, bis das Gesetz voraussichtlich im November endgültig rechtskräftig ist. Tui und Tuifly arbeiteten noch an einer Umstellung ihres Buchungssystems. Unklar ist, ob diejenigen Kunden Glück haben, die noch vor der Umstellung gebucht haben. Die Zeitung zitiert einen Lufthansa-Sprecher mit den Worten: «Ob wir die entgangenen Steuern nachträglich von den Kunden einfordern, wird juristisch überprüft.»

Die Billigflieger Ryanair und Easyjet wollen die Steuer dem Bericht zufolge nur zum Teil an ihre Kunden weitergeben. Ryanair erhebe die Gebühr nur für reguläre Tickets. Die günstigen Sonderangebote, die alle Steuern enthalten, würden hingegen nicht verteuert. Konkurrent Easyjet entscheidet nach Angaben eines Sprechers je nach Strecke und Flugzeitpunkt, ob und wie viel den Passagieren in Rechnung gestellt wird. (dpa)

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