Bremen-Nord Die Fluten können kommen: Deichverband nach Begehung zufrieden

Bremen-Nord.In Farge-Rekum ist alles in Ordnung, ansonsten gibt es eine ganze Menge zu tun. Das ist der Tenor der gestrigen Deichschau des Bremischen Deichverbandes am rechten Weserufer.
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Von Ulf Buschmann

In Farge-Rekum ist alles in Ordnung, ansonsten gibt es eine ganze Menge zu tun. Das ist der Tenor der gestrigen Deichschau des Bremischen Deichverbandes am rechten Weserufer. In dessen Auftrag wird der Hochwasserschutz ab Mai 2014 in Blumenthal verstärkt.

Dr. Michael Schirmer und Wilfried Döscher waren erstaunt und erfreut zugleich. Der Vorsitzende und der Geschäftsführer des Deichverbands am rechten Weserufer sowie Vertreter weiterer Einrichtungen und Behörden konnten sich gestern Mittag davon überzeugen, dass die ehemalige Kleiboden-Entnahmestelle hinter dem Weserdeich in Farge-Rekum ein Kleinod der Natur geworden ist: Zwischen den auffliegenden Enten entdeckten Schirmer, Döscher & Co. einen Seeadler.

Dieses kleine Schauspiel beschloss die jährliche Deichschau des Verbandes. Für die Deichlinie in Bremen-Nord zog Döscher ein positives Fazit. „Der Deich ist in einem ordnungsgemäßen Zustand. Wir sind für die kommende Hochwassersaison gerüstet“, sagte Döscher.

Damit dies auch für Zukunft gilt, fiel die Rundreise durch Bremen-Nord in diesem Jahr etwas intensiver aus. Hintergrund: Allein im nördlichen Bereich der Stadt stehen nach Auskunft von Deichhauptmann Schirmer mittel- bis langfristig drei große Projekte auf dem Programm: die Deicherhöhung im Werderland, umfangreiche Hochwasser-Baumaßnahmen vom Grohner Sporthafen bis zum Vegesacker Kito sowie bereits ab Mai kommenden Jahres Arbeiten von der Bahrsplate bis zur Bürgermeister-Dehnkamp-Straße. Das Gelände der Bremer Woll-Kämmerei (BWK) soll ebenfalls eine neue Spundwand bekommen. Dort entsteht eine Promenade entlang der Weser.

Das alles gehört zum „Generalplan Küstenschutz“ der Bundesländer Bremen und Niedersachsen. Allein in Bremen und Bremerhaven geben das Land, der Bund und die Europäische Union bis zum Jahr 2025 dafür 230 Millionen Euro aus. Dabei stelle allein in Bremen-Nord jedes einzelne Projekt neue Anforderungen an den verantwortlichen Deichverband, erläuterten Schirmer und Döscher. Schon bei der Planung müssten zum Beispiel unterschiedliche Interessen berücksichtigt werden.

Deiche zu erhöhen ist laut Gesetz nur zwischen Mai und September erlaubt. So wird es denn auch ab dem kommenden Frühjahr von der Bahrsplate bis zum Bereich nördlich des Fähranlegers geschehen. Dort wird der Deich bis zu einem Meter erhöht. Die Spundwand muss zudem komplett erneuert werden. So weit sind die Planer für den Abschnitt zwischen dem Wasserweg und der Bundesstraße 74 noch nicht. Auch hier heißt es, den bestehenden Erdwall um knapp einen Meter zu erhöhen. Gleichzeitig muss der Deich verbreitert werden.

Das alles funktioniert allerdings nicht ohne die Anwohner. „Vor dem Erlass der Planfeststellung müssen mit den Betroffenen noch einvernehmliche Lösungen abgesprochen werden“, sagte Deichverbands-Geschäftsführer Döscher. Er und Schirmer hofften gestern, dass sie bald zu einer Einigung kommen, um die Bagger so schnell wie möglich anrollen lassen zu können.

Bevor Grohn und Vegesack folgen, dürften noch mindestens zwei Jahre ins Land gehen – und allem Anschein nach ist dies eines der kompliziertesten Projekte des Deichverbandes. Wie Schirmer durchblicken ließ, müssen die Hochwasserschutzanlagen vom Lesumsperrwerk beziehungsweise Grohner Sporthafen über den Vegesacker Hafen bis zum Kito ebenfalls um rund einen Meter erhöht werden.

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