Wall Street

Dow und S&P schaffen erneut Rekorde

Trotz des unerwartet schlechteren Anstiegs der US-Beschäftigung gibt es gute Nachrichten von den US-Börsen.
04.12.2020, 22:31
Lesedauer: 3 Min
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Der Dow Jones Industrial hat am Freitag nach einigen Tagen Pause wieder eine Bestmarke aufgestellt. Der Leitindex stieg erstmals über die Marke von 30.200 Punkten und überbot sein bisheriges Hoch aus der Vorwoche um etwa 100 Zähler. Er schloss mit 30.218,26 Punkten auf seinem Tagesmaximum. Mit einem Anstieg um 0,83 Prozent steigerte er sein Wochenplus auf gut ein Prozent.

Die Standardwerte waren zu Wochenschluss gefragter als die Technologiewerte, was neben dem Dow auch dem marktbreiten S&P 500 ein Rekordhoch bescherte. Er stieg um 0,88 Prozent auf 3.699,12 Zähler. Der Tech-Auswahlindex Nasdaq 100 legte zwar um 0,49 Prozent auf 12.528,48 Punkte zu, konnte aber keinen weiteren Rekord aufstellen. Dies gelang allerdings seinem breiter gefassten Indexbruder Nasdaq Composite.

Die Anleger zeigten sich in New York wenig beeindruckt davon, dass der Anstieg der US-Beschäftigung im November weit hinter den Erwartungen zurück blieb. Am Markt hieß es, dies sei kompensiert worden von der Hoffnung auf ein neues Konjunkturpaket. Mit den durchwachsenen Jobdaten sei der Druck auf die Parteien in Washington, endlich eine Einigung zu erzielen, eher noch gestiegen.

Börsianer verwiesen darauf, dass an den Aktienmärkten die Zukunft gehandelt werde - und Anleger bauten hier auf die Hoffnung, dass es in den USA noch mehr Staatshilfen geben werde und mehrere Impfstoffe, die kurz vor der Zulassung stehen, einen Weg aus der Krise weisen würden. Historisch hohe Zuwächse im November mit immer neuen Kursrekorden seien Ausdruck dessen.

Gute Laune kam bei den Anlegern im Ölsektor auf, nachdem sich der Ölverbund Opec+ auf eine geringere Steigerung der Ölförderung einigte als in einem früheren Plan vorgesehen. Mit dem Ölpreis beflügelte dies auch die Aktienkurse von Konzernen wie Chevron oder ExxonMobil, deren Aktien um bis zu 3,9 Prozent anzogen. Unter den anderen Branchenwerten legten Occidental Petroleum sogar um mehr als 13 Prozent zu.

„Die Fördermengen werden nur sehr langsam hochgefahren. Damit passt die Opec+ ihre Fördermenge an die aktuellen Abnahme-Möglichkeiten der noch immer fragilen Wirtschaft an“, schrieb Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. „Das ist ein positives Signal für den Ölpreis.“ Dies wirkt sich für gewöhnlich auch positiv auf die Aktienkurse der Ölmultis aus.

Im Dow zollten die Anleger Boeing ihrer jüngsten Rally mit einem Abschlag von 1,9 Prozent Tribut. Nachdem die Aktien seit Anfang November wegen der Impfstoff-Hoffnung und dem aufgehobenen Flugverbot für den Krisenjet 737 Max um etwa 70 Prozent gestiegen waren, machten einige Anleger nun Kasse. Wie am Freitag bekannt wurde, will der Flugzeugbauer die Produktion des Langstreckenjets 787 „Dreamliner“ weiter drosseln.

Ansonsten blieben die Blicke vor allem auf die Impfstoff-Entwickler gerichtet. Wie Moderna bekannt gab, deuten Studiendaten darauf hin, dass der eigene Impfstoff über einen längeren Zeitraum Schutz gegen Covid-19 bieten könnte. Die stark gelaufenen Aktien fielen am Freitag wegen Gewinnmitnahmen um drei Prozent.

Auch beim Biontech-Kurs wird die Luft allmählich dünner. Am Vortag leicht belastet von einem Bericht über Hindernisse in der Lieferkette und zunächst nochmals schwächer in den US-Handel gestartet, schafften es die Papiere des Mainzer Unternehmens noch mit 1,1 Prozent ins Plus. Die Titel des US-Partners Pfizer legten um 0,6 Prozent zu.

Stärke zeigten ansonsten die Aktien der Fahrdienstleister Uber und Lyft, denen die Corona-Krise in den vergangenen Monaten auch zugesetzt hatte. Lyft sprangen um sieben Prozent nach oben und erreichten wieder das Niveau vor dem Viruscrash im Februar. Bei Uber reichte ein Plus von 4,5 Prozent für ein weiteres Rekordhoch. Den Crash hatten sie Anfang November schon ausgeglichen.

Der Euro setzte seinen Höhenflug nur noch zeitweise fort. Nach einem Anstieg bis auf 1,2178 US-Dollar, dem höchsten Stand seit April 2018, notierte die Gemeinschaftswährung zuletzt noch bei 1,2127 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2159 (Donnerstag: 1,2151) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8224 (0,8230) Euro.

Die Kurse von US-Staatsanleihen sanken wieder. Der Kurs des Terminkontrakts für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) fiel um 0,28 Prozent auf 137,37 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe stieg im Gegenzug auf 0,97 Prozent.

© dpa-infocom, dpa:201204-99-577684/3 (dpa)

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