Staatsanwaltschaft Bremen ermittelt Durchsuchung bei Thyssen-Krupp

Bremen·Essen. In Zusammenhang mit möglichen Schmiergeldzahlungen bei Waffengeschäften hat die Staatsanwaltschaft Bremen die Essener Zentrale von Thyssen-Krupp durchsucht. Die Razzia sei bereits in der vergangenen Woche gewesen, bestätigte ein Sprecher der Behörde am Freitag einen Bericht der „Rheinischen Post“.
25.06.2016, 00:00
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Von Janet Binder und Stefan Lakeband

Bremen·Essen. In Zusammenhang mit möglichen Schmiergeldzahlungen bei Waffengeschäften hat die Staatsanwaltschaft Bremen die Essener Zentrale von Thyssen-Krupp durchsucht. Die Razzia sei bereits in der vergangenen Woche gewesen, bestätigte ein Sprecher der Behörde am Freitag einen Bericht der „Rheinischen Post“. Hintergrund sind Ermittlungen gegen das Bremer Rüstungsunternehmen Atlas Elektronik, ein Gemeinschaftsunternehmen von Thyssen-Krupp und Airbus. Verantwortliche von Atlas Elektronik sollen türkische Amtsträger bestochen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen Manager von Thyssen-Krupp und Airbus, weil sie die Zahlung von Bestechungsgeldern nicht verhindert haben sollen.

Ein Sprecher von Thyssen-Krupp sagte, für den Konzern habe die schnelle Aufklärung des Sachverhalts oberste Priorität. „In ihrer Rolle als Gesellschafterin wird Thyssen-Krupp daher die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bremen unterstützen“, sagte er. Bereits im März war bekannt geworden, dass sich die Ermittlungen auch gegen einen heutigen Telekom-Vorstand richten. Dieser war 2007 als Manager von Thyssen-Krupp für die ordnungsgemäße Abwicklung von Geschäften verantwortlich – was auch die Tochtergesellschaften einschließt. Der für die Staatsanwaltschaft Bremen interessante Zeitraum erstreckt sich auf die Jahre zwischen 1998 und 2014. Atlas Elektronik stellt unter anderem Sonarsysteme für U-Boote sowie Torpedos her. Das Unternehmen beschäftigt in Bremen rund 1500 Mitarbeiter.

Eigner von Atlas Elektronik sind Thyssen-Krupp und die EADS-Tochter Airbus. Die Vorwürfe bei Rüstungsgeschäften sind nicht die ersten Anschuldigungen solcher Art. Bereits 2013 hatte die Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen Atlas und die Bremer Tochter des Düsseldorfer Rheinmetall-Konzerns eröffnet. Der Vorwurf: Bestechung von Regierungsangehörigen in Griechenland. Schmiergeld soll geflossen sein, um U-Boot-Ausrüstung zu verkaufen. Die Ermittlungen gegen Rheinmetall Defence Electronics wurden 2014 gegen Zahlung eines Bußgelds von 37 Millionen Euro eingestellt.

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