Hoher Wert der Elektroräder sorgt für Besonderheiten E-Bikes richtig versichern

Fahrräder sind für Langfinger ein begehrtes Diebesgut. Den meisten Radbegeisterten ist schon einmal ein fahrbarer Untersatz gestohlen worden.
22.05.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Fahrräder sind für Langfinger ein begehrtes Diebesgut. Den meisten Radbegeisterten ist schon einmal ein fahrbarer Untersatz gestohlen worden. Bei vielen sorgt die Hausratversicherung in so einem Fall für Entschädigung. Doch wie sind eigentlich E-Bikes richtig versichert? Gelten die motorisierten Vehikel auch als Fahrrad im klassischen Sinn? Diese Frage stellt sich umso dringender, weil die Elektrovehikel teuer sind.

Aus dem hohen Wert der High-Tech-Räder ergeben sich beim Thema Versicherung

Besonderheiten. Die gängigste Variante ist eine Fahrradzusatz-Versicherung, die eine bestehende Hausratversicherung ergänzt. „Der Schutz in unserem Zusatzbaustein für Fahrräder erstreckt sich auf übliche Modelle. Darüber hinaus umfasst er aber auch Räder mit

Tretunterstützung oder Hilfsmotor mit einer maximalen Leistung von 0,25 Kilowatt und 25 km/h Höchstgeschwindigkeit“, erläutert Matthias Fleischer, Leiter der Ganderkeseer Allianz-Vertretung. Bei ihm werden immer öfter die Konditionen für die im Trend liegenden Vehikel erfragt.

Der Fachmann, der mit seinem dreiköpfigen Team vor

Kurzem in ein neues Bürogebäude im Gewerbegebiet

umgezogen ist, empfiehlt Interessenten, sich vor Vertragsabschluss ausführlich beraten zu lassen. „Bei vielen Versicherungen ist die Entschädigungsmöglichkeit auf einen Pro-

zent der Hausratversicherungssumme begrenzt“, sagt er. Würden etwa Besitzstände im Wert von 50 000 Euro angegeben, sei das E-Bike im Umfang von einem Prozent – also 500 Euro – mitversichert. Doch 500 Euro deckten in der Regel den

Wert des teuren Vehikels nicht. „Bei unserem Fahrrad-Plus-Baustein besteht keine solche Entschädigungsgrenze. Es wird vielmehr – genauso wie bei klassischen Rädern – eine Neuwertentschädigung angesetzt. Der Versicherungswert gleicht also dem Wiederbeschaffungspreis von Sachen gleicher Art und Güte in neuwertigem Zustand“, gibt Fleischer einen Tipp. Ist das neue Fahrrad wegen Preissteigerungen teurer und dabei aber gleichwertig gegenüber dem gestohlenen, wird sogar dieser höhere Preis ersetzt.

Durch die Hausratversicherung ist das Pedelec geschützt, wenn es durch Einbruch aus dem verschlossenen Keller oder aus einer Garage gestohlen wird. Wird es in einem öffentlichen Raum abgestellt, muss es mit einem Schloss versehen sein, damit eine Entschädigung gezahlt werden kann. „Früher gab es zumeist eine sogenannte Nachtzeitklausel, nach der das Rad zwischen 22 und 6 Uhr nur versichert war, wenn es noch in Gebrauch war und nicht über Nacht abgestellt“, erklärt der Experte. „In neueren Policen wird diese Klausel in der Regel nicht mehr angewendet.“

Ist das E-Bike gestohlen

worden, muss der Geschädigte zunächst bei der Polizei eine

Anzeige wegen schweren Diebstahls nach Paragraf 243 Strafgesetzbuch erstatten. Dies gilt der Versicherung später als Nachweis, dass das entwendete Vehikel durch ein Schloss gesichert war und dadurch unter erschwerenden Umständen entwendet wurde. Bei der lokalen Versicherungsvertretung müssen außerdem Unterlagen über Hersteller, Modell und Rahmennummer vorgelegt werden. „Am besten ist die Kaufrechnung“, rät Fleischer. Die Entschädigungssumme kann dann sofort ausgezahlt werden. „Eine Wartezeit und eine Bestätigung

des Fundamtes ist nicht mehr notwendig.“ xkb

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