Kommentar über einen Mietpreisdeckel

Ein Notnagel

Ein Mietpreisdeckel soll in Berlin die immer weiter steigenden Mieten stoppen. Eine langfristig vernünftige Lösung ist das aber nicht, kommentiert Carolin Henkenberens.
10.06.2019, 21:58
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Ein Notnagel
Von Carolin Henkenberens
Ein Notnagel

Ein Mietpreisdeckel für fünf Jahre soll die Lösung sein.

Lothar Ferstl /dpa

Ein Blick auf München, Hamburg, Berlin oder Frankfurt am Main zeigt, was Bremen drohen könnte: Es gleicht einem Sechser im Lotto, dort eine Wohnung in zentraler Lage zu finden. Wie ein Gewinn mit richtiger Zusatzzahl mutet es an, wenn sie dann noch halbwegs bezahlbar ist.

Ein Mietpreisdeckel für fünf Jahre soll nun die Notlösung sein. Er verschafft der Politik mehr Zeit für den Bau neuer Wohnungen, den Mietern Zeit zum Verschnaufen vor der nächsten Erhöhung. Ein langfristig vernünftiges Instrument ist ein Deckel aber nicht. Dafür hat er zu viele Nachteile.

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Er schafft keine neuen Wohnungen und unterscheidet nicht zwischen Vermietern. Er benachteiligt Privatvermieter, die bisher moderate Mieten verlangten, gegenüber rein auf Rendite angelegten Wohnungsunternehmen oder Versicherern. Aber gerade die müssen stärker reguliert werden.

Bremen ist nicht Berlin, wo sich die Mieten teilweise verdoppelt haben. Bremen könnte den Mietpreisstopp aber für kürzere Zeit ausrufen. Es muss gleichzeitig (höher) gebaut und verdichtet werden. Und: Es muss über alternative Wohnformen gesprochen werden. So viele Ein-Personen-Haushalte sind wenig effizient.

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