Fähre über die Elbe

Neues Kapitel für Cuxhaven-Brunsbüttel

Zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel eine Fährverbindung langfristig zu installieren, war in der Vergangenheit bereits mehrfach gescheitert. Dieses Mal soll es mit einer umweltfreundlichen Fähre gelingen.
13.11.2020, 05:00
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Neues Kapitel für Cuxhaven-Brunsbüttel
Von Peter Hanuschke

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um mit dem Auto von Cuxhaven nach Brunsbüttel zu kommen: Die Entfernungen variieren dabei deutlich. Die kürzeste Strecke mit etwa 100 Kilometern führt unter anderem über die B73 und über die Elbe mit der Fähre Glückstadt-Wischhafen. Bei der direkten Verbindung übers Wasser wären es lediglich nur 26 Kilometer. Doch alle Versuche, dort eine Fährverbindung langfristig zu etablieren, sind in der Vergangenheit gescheitert. Der deutliche Kilometerunterschied sorgt aber dafür, dass sich für ein Aufleben der Fährverbidung Cuxhaven-Brunsbüttel – mit zeitlichen Abständen – immer wieder mögliche Investoren für dieses Projekt zusammen finden und einen Versuch starten.

Nun versucht sich das neue gegründete Unternehmen Elbferry Verwaltung-GmbH daran, die Strecke neu zu beleben. Die Gesellschafter aus Brunsbüttel, die Reederei Strahlmann und der Energie-Projektentwickler MTB New Energy, haben die Anteile der Elbferry GmbH übernommen, die bereits im vergangenen Jahr versuchte, die Fährverbindung zu aktivieren. Neben den jeweiligen Geschäftsführenden Gesellschafter Tim Brandt (MTB New Energy) und Christian Strahlmann (Reederei Strahlmann) gehört Heinrich Ahlers zur Geschäftsführung.

Ahlers war beim jüngsten Versuch, die Fährverbindung aufzunehmen, die treibende Kraft. Das Projekt war bereits nach Aussage von Ahlers durchkalkuliert und hatte bereits einen Fahrplan, mit dem 1. Mai einen Starttermin und mit „Elbeexpress“ einen Namen für die neue Fähre. Nur kam am Ende die Fähre nicht: Der Kauf der dafür vorgesehenen 130 Meter langen „Fanafjord“ aus Norwegen kam nicht zustande.

Ziel des Unternehmens sei es, mit einem neuem umweltfreundlicherem Konzept die Linie Brunsbüttel-Cuxhaven neu zu beleben, teilt die Elbferry Verwaltung-GmbH. „Dafür würden zur Zeit Verhandlungen mit Schiffseignern, Behörden und Terminalbesitzern geführt, um einen Start im nächsten Frühjahr zu ermöglichen.“

„Unser Hauptproblem ist zurzeit die Corona-Pandemie, welche es uns deutlich erschwert, voran zu kommen", sagt Ahlers. Strahlmann ist sich sicher, "dass das Management eines Schiffes bei Strahlmann in mehr als guten Händen liegt." Er verspricht sich von dem Einstieg der Reedereigruppe in das moderne Fährgeschäft die Erschließung eines neuen Geschäftsfeldes. Tim Brandt ist überzeugt davon, dass man mit neuen Antriebskonzepten in der Zukunft und dem Start einer umweltfreundlichen Fähre genau richtig liegt, um Mobilität CO2-frei für Personen und Fahrzeuge zu ermöglichen.

Zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel eine Fährverbindung zu installieren, war in der Vergangenheit bereits mehrfach versucht worden. Als letzte Fährgesellschaft bot Elb-Link eine Verbindung an: Sie musste im ­November 2017 nach nur wenigen Monaten ­Insolvenz beantragen. Davor hatte bereits die Vorgängergesellschaft, die Elb-Link-Reederei, den Betrieb eingestellt. Von 1999 bis 2001 pendelte die Elbe-Ferry zwischen den ­Ha­fenstädten – die Ferry GmbH war ein ­Toch­terunternehmen der Bremer Harms-Gruppe.

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