Die Umstellung auf SEPA betrifft jeden / Was Firmen und Vereine jetzt tun müssen Europaweit einheitlich zahlen mit IBAN und BIC

Ab Februar 2014 werden die bisherigen nationalen Zahlverfahren für Überweisungen und Lastschriften abgelöst. Auf Beschluss der EU-Kommission gelten dann europaweit einheitliche Vorgaben für Zahlverfahren, wie sie der Gesetzgeber für SEPA (Single Euro Payments Area), den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum, vorgesehen hat.
16.11.2013, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Ab Februar 2014 werden die bisherigen nationalen Zahlverfahren für Überweisungen und Lastschriften abgelöst. Auf Beschluss der EU-Kommission gelten dann europaweit einheitliche Vorgaben für Zahlverfahren, wie sie der Gesetzgeber für SEPA (Single Euro Payments Area), den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum, vorgesehen hat. Für Privatkunden ändert sich eigentlich nicht viel, Firmen und Vereine müssen schon mehr berücksichtigen.

Rückblick: Fünf Jahre ist es jetzt her, dass aus Brüssel eine neue Verordnung kam. Ziel ist es, den Zahlungsverkehr innerhalb Europas zu vereinheitlichen. Seit dem passten die EDV-Experten der Banken ihre Systeme an, Mitarbeiter wurden geschult und Bankkunden aufgeklärt. Hierzu gab es bei der Kreissparkasse und der Volksbank eine Vortragsreihe mit Informationen für Vereine, Firmen und Kommunen. Jetzt ist es bald soweit und am 1. Februar 2014 wird der Schalter umgelegt.

Die SEPA-Überweisungen sind für Euro-Zahlungen in den 28 EU-Staaten, Island, Liechtenstein, Norwegen sowie Monaco und der Schweiz nutzbar. Alle Überweisungen beinhalten dann zumindest die International Bank Account Number, kurz IBAN.

Diese setzt sich in Deutschland aus der Länderkennung „DE“, einer individuellen zweistelligen Prüfziffer sowie der bisherigen Bankleitzahl und Kontonummer zusammen. Wer Auslandsüberweisungen tätigt, muss zusätzlich den Bank Identifier Code (BIC) angeben. Damit wird ein Geldinstitut europaweit zweifelsfrei identifiziert. Kunden finden ihre Kontoadressen in den eigenen Kontoauszügen sowie auf der Rückseite ihrer „EC“-Karten.

Der deutsche Gesetzgeber plant, dass in einer Übergangszeit bis 1. Februar 2016 Privatkunden ihre Zahlungen noch mit der bisherigen Kontonummer und Bankleitzahl vornehmen können. „Ein rechtzeitiges Gewöhnen an SEPA ist aber für jeden Bankkunden ratsam und sowohl die Kreissparkasse Osterholz als auch die Volksbank eG unterstützen dabei ihre Kunden“, so Jens Themsen von der Volksbank eG, Osterholz-Scharmbeck und die SEPA-Beauftragten der Kreissparkasse, Eckart Wittfogel und Axel von Oehsen. Für Nicht-Verbraucher gelten die neuen SEPA-Zahlverfahren bereits ab 1. Februar 2014. Die regionalen Banken, wie Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Kreissparkasse, sind vorbildlich bei nutzerfreundlichen Anwendungen.

Die Software-Produkte im Online-Banking für Verbraucher erlauben schon jetzt für SEPA-Zahlungen innerhalb deutschlands die ausschließliche Nutzung der IBAN ohne Angabe des BIC.

Sie ermöglichen auch, dass in Vorlagen gespeicherte Kontonummern und Bankleitzahlen auf Knopfdruck in IBAN und BIC umgewandelt werden können. „Diese Lösungen führen zu einer deutlichen Entlastung der Kunden, da diese beispielsweise ihre Vertragspartner nicht zwangsläufig nach ihren Kundenkennungen IBAN und BIC fragen müssen“, so die Experten von Volksbank eG und Kreissparkasse im Gleichklang weiter.

Die SEPA-Experten geben zu bedenken, dass es bei Firmen und Vereinen mehr zu beachten gibt. Diese müssen ihre Kunden über die Umstellung auf das neue Verfahren und die neuen Formalien mit Hinblick auf die Einzugsermächtigungen (Neu: SEPA-Basis-Lastschriften) hinweisen.

Insbesondere bei den bisherigen Abbuchungsaufträgen ist Handlungsbedarf. Alle Firmen, die weiterhin am Lastschriftverfahren teilnehmen möchten, müssen bei der Bundesbank eine Gläubiger-ID beantragen und mit ihren Banken entsprechende Vereinbarungen schließen. Wer seinen Berater noch nicht aufgesucht hat, sollte dringend einen Gesprächstermin vereinbaren. Neben der reinen Bankseite sind auch die Überprüfung der eingesetzten Software und der – gegebenenfalls hiermit verbunden – Schnittstellen auf das neue XML-Datenformat ratsam.

Die regionalen Banken bieten teilweise Checklisten zusätzlich im Internet an, damit man sich mit der SEPA-Umstellung vertraut machen kann. Daueraufträge werden in der Regel durch das kontoführende Kreditinstitut umgestellt, so dass für Verbraucher an dieser Stelle kein Aufwand entsteht.

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