Unternehmen Experte: Höherer Ölpreis erwartet

Berlin. Die Unruhen in Libyen könnten auch Schwierigkeiten für deutsche Unternehmen bringen. "Wir müssten durch die Verunsicherung der Märkte mit höheren Preisen für Öl und Gas rechnen", sagte Felix Neugart, Nordafrika-Experte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der dpa.
21.02.2011, 17:40
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Berlin. Die Unruhen in Libyen könnten auch Schwierigkeiten für deutsche Unternehmen bringen. "Wir müssten durch die Verunsicherung der Märkte mit höheren Preisen für Öl und Gas rechnen", sagte Felix Neugart, Nordafrika-Experte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der dpa.

Zudem verschärfe sich die Lage für Unternehmen, die in dem Land Geschäfte machen. Es sei bislang ohnehin ein schwieriger Partner gewesen. Deutschlands Importe aus Libyen - vor allem Öl - summierten sich nach DIHK-Angaben 2010 auf 3,1 Milliarden Euro, was einem Plus von 10,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprach. "Das macht Libyen zu einem signifikanten Öllieferanten für Deutschland", sagte Neugart.

Die Öl-Preissteigerungen seit Beginn der Unruhen in den arabischen Ländern beruhten zum Teil schon auf der Erwartung, dass es bald auch in Libyen rumoren würde. Weitere Steigerungen seien möglich, Engpässe jedoch nicht. "Das, was aus Libyen kommt, kann sicherlich an den Märkten ausgeglichen werden."

Als Markt für deutsche Unternehmen reiche Libyens Bedeutung bislang nicht an die von Ländern wie Saudi-Arabien und Ägypten heran. 2009 wurden Waren für 1,13 Milliarden Euro exportiert, darunter Baumaschinen, Fahrzeuge und Lebensmittel. "Es ist ein relativ schwieriger Markt gewesen", sagte Neugart, der auf rechtliche Probleme, etwa bei der Visa-Vergabe, verwies. "Als Mittelständler müssen sie sich schon auskennen und einen verlässlichen Partner vor Ort haben."

Dem Land wurde nach Neugarts Worten bislang aber ein großes Potenzial nachgesagt - wegen seines Bevölkerungswachstums und der hohen Einnahmen aus dem Ölverkauf. "Wir müssen nun einfach abwarten, wie sich die Dinge vor Ort entwickeln und ob die Strukturen, die während der letzten 40 Jahre aufgebaut worden sind, auch Bestand haben." (dpa)

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