Sieben Flughäfen in Deutschland betroffen

Flugausfälle drohen: Sicherheitskräfte streiken am Dienstag in Bremen

Lange Schlangen könnte es am Dienstag im Bremer Flughafen geben. Die Gewerkschaft Verdi hat das Sicherheitspersonal zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Auch andere Flughäfen sind betroffen.
13.01.2019, 03:55
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Flugausfälle drohen: Sicherheitskräfte streiken am Dienstag in Bremen

Symbolbild.

dpa

Auch in der neuen Woche müssen sich Reisende wegen des Warnstreiks beim Sicherheitspersonal auf Ausfälle und Verspätungen einstellen. Etwa 180.000 Passagiere sind laut Flughafenverband ADV von den geplanten Arbeitsniederlegungen betroffen. Neben Deutschlands größtem Airport wurden Warnstreiks auch für Hamburg, Hannover, Bremen, Leipzig/Halle, Dresden und Erfurt angekündigt. Die Deutsche Luftverkehrswirtschaft und die Flughäfen warfen der Gewerkschaftsseite Rücksichtslosigkeit zulasten der Passagiere vor.

ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel kritisierte die Gewerkschaft Verdi scharf: "Es ist unverantwortlich von Verdi, die Streiks bis zum Exzess auszudehnen." Jede Dimension eines Warnstreiks werde gesprengt. "Mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass Verdi die Streiks auf dem Rücken der Reisenden, der Fluggesellschaften und der Flughäfen austrägt", fügte er hinzu.

An insgesamt sechs Flughäfen ist das Sicherheitspersonal am kommenden Dienstag zur Arbeitsniederlegung aufgerufen, darunter Deutschlands größter Airport in Frankfurt am Main. Auch für die Flughäfen Hannover, Bremen, Leipzig/Halle, Dresden und Erfurt wurden Warnstreiks angekündigt.

Sollte es in Bremen zu einer kompletten Arbeitsniederlegung kommen, wären davon zahlreiche Flüge betroffen. Insgesamt 29 Flüge stehen auf dem Bremer Flugplan für Dienstag, unter anderem mit den Zielen München, London, Amsterdam, Istanbul und Mallorca. In Bremen sind laut Verdi insgesamt 200 Sicherheitsangestellte zum Streik aufgerufen, in Hannover sind es 500. Um 10 Uhr soll es vor dem Flughafengebäude in Bremen eine Kundgebung von Verdi geben.

Anlass ist der laufende Tarifkonflikt, in dem die Gewerkschaften für die bundesweit 23 000 Beschäftigten im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle an den Flughäfen eine einheitliche Bezahlung fordern. Zuletzt hatte das Sicherheitspersonal an den Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart die Arbeit niedergelegt.

Verdi fordert für die Kontrolleure von Passagieren, Fracht, Waren und für die Flughafen-Beschäftigten eine bundesweit einheitliche Bezahlung von 20 Euro pro Stunde. Das wäre ein Plus im teilweise hohen zweistelligen Prozentbereich - derzeit ist die Bezahlung je nach Region und Tätigkeit unterschiedlich.

Die Arbeitgeber halten das für unrealistisch, sie bieten nach eigener Darstellung ein Plus von bis zu 6,4 Prozent. Für Verdi ist das zu wenig - nach Berechnung der Gewerkschaft wäre das nur ein Plus von 2 Prozent für das Gros der Beschäftigten. (dpa)

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