Gespräche mit Lufthansa gescheitert Flugbegleiter drohen mit Streiks

Bei der Lufthansa droht ein neuer Streik. Nachdem die Tarifverhandlungen mit den Flugbegleitern am Wochenende gescheitert sind, droht deren Gewerkschaft Ufo mit Arbeitsniederlegungen.
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Stefan Sauer

Die Kunden der Lufthansa müssen sich schon wieder auf Streiks einstellen. Nachdem die bereits seit fast zwei Jahren laufenden Tarifverhandlungen des Unternehmens mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo am Wochenende ergebnislos beendet wurden, kündigte Ufo-Chef Nicoley Baublies Arbeitsniederlegungen in dieser oder der kommenden Woche an.

„Die Verhandlungen sind gescheitert, das vorgelegte Angebot der Lufthansa war völlig unakzeptabel“, sagte Baublies. Neben Lohn- und Gehaltsforderungen geht es vor allem um die Höhe der betrieblichen Alters- und Übergangsversorgung für die 19.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter der Lufthansa. Über Umfang und Zeitrahmen der Ausstände will Ufo die Öffentlichkeit an diesem Montag informieren. In den vergangenen Monaten hatte bereits die Pilotenvereinigung Cockpit mehrfach zu Streiks aufgerufen.

Ufo begründete den Abbruch der Verhandlungen damit, dass sich zuvor mündlich gegebene Zusagen und Angebote der Lufthansa in den schriftlichen Angeboten vom Wochenende nicht mehr wieder gefunden hätten. So seien aus gesprächsweise zugesagten Arbeitsplatzgarantien unverbindliche Absichtserklärungen geworden. Offenbar wolle sich die Lufthansa nach nunmehr 23-monatigen Verhandlungen „aus der Sozialpartnerschaft verabschieden“, sagte Baublies.

Demgegenüber nannte Personalvorstand Bettina Volkens, die für die Lufthansa die Verhandlungen führt, die Streikankündigung „nicht nachvollziehbar“. Das Unternehmen habe weitreichende Vorschläge unterbreitet, die „mit Anstand zu den besten in unserer Branche zählen“, sagte Volkens. Unter anderem sei eine Einmalzahlung in Höhe von 2200 Euro sowie eine Tariferhöhung um ein Prozent angeboten worden. Auch in der Frage der Frühverrentung und Übergangsversorgung, die auch zwischen Lufthansa und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit strittig ist, sei man der Gewerkschaft entgegen gekommen. Demnach sollte es weiter möglich sein, mit 55 Jahren aus dem Flugdienst auszuscheiden und dabei das heutige Versorgungsniveau zu erreichen, sofern die Anlagen für die Übergangsversorgung eine Rendite von 5,5 Prozent erzielten.

Ähnlich wie beim Tarifkonflikt mit der Vereinigung Cockpit geht es aber nicht allein um die offiziellen Verhandlungsinhalte, sondern auch von Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr vorangetriebenen Ausbaupläne für die der konzerneigene Billiglinie Eurowings. Die Tochtergesellschaft soll rasch wachsen und künftig viele Mittel- und Langstrecken kostengünstiger abdecken. (dpa)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+