Die Risiken bei der Finanzierung Förderprogramme falsch gewählt

Bremen. Eine Immobilienfinanzierung kann sehr komplex werden. Erst recht, wenn die Bankberatung die eigenen Wünsche und Ziele nicht berücksichtigt.
12.06.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Hartmut Schwarz

Bremen. Eine Immobilienfinanzierung kann sehr komplex werden. Erst recht, wenn die Bankberatung die eigenen Wünsche und Ziele nicht berücksichtigt. Im Fall der Eheleute N. war eine Volksbank mit Sitz in Niedersachsen beteiligt. Das Ehepaar hat sich nach einer möglichen Finanzierung eines Kaufobjektes erkundigt und wollte für die notwendigen Modernisierungen auch die Förderprogramme der KFW Bankengruppe nutzen.

Am Ende des Gespräches kam ein Angebot heraus, das ein Annuitätendarlehen und ein Wohn-Riester berücksichtigten. Von einem KFW Darlehen war nichts zu lesen. Das Annuitätendarlehen über 92 000 Euro hatte eine Zinsbindung von zehn Jahren. Über das Zinsänderungsrisiko zur Anschluss­finanzierung wurde nicht gesprochen. Diese wurde laut Tilgungsplan einfach mit 1,73 Prozent effektiv weiter berechnet. Die Summe über 180 000 Euro sollte mit einem Wohn-Riester-Bausparvertrag zinssicher finanziert werden. Das Vorausdarlehen mit einem Zinssatz von 1,83 Prozent effektiv, das sich anschließende Bauspardarlehen aber mit drei Prozent effektiv.

Selbst mit dieser Variante wurde das Ziel der Beratung nicht erreicht. Das Ehepaar wollte für eine Finanzierung maximal 800 Euro monatliche Belastung aufwenden. Die Volksbank kam aber auf 1047 Euro. Zu einem späteren Zeitpunkt hätte diese Belastung wesentlich höher ausfallen können. Zinssicherheit geht auch anders. Die geplanten Modernisierungen, Heizung und Fenster, hätten mit einem Förderdarlehen der KFW zu einem Zinssatz von 0,75 Prozent effektiv finanziert werden können. Dieses Programm hätte die monatliche Belastung auf die gewünschte monatliche Rate gebracht. Die Vorteile der Riester-Förderung hätten sich bei diesem Angebot der Volksbank auf maximal 2000 Euro reduziert. Und das auch nur, wenn sich die Einkommenssituation des Paares nicht wesentlich verändert.

Die Darstellung des Angebotes war für das Ehepaar nicht transparent. Vor lauter Zahlenkolonnen haben sie die Risiken dieser Finanzierung nicht erkannt. Zum Glück aber erahnt und deshalb die Beratung in der Verbraucherzentrale aufgesucht. Die Förderprogramme der KFW sind sehr beliebt und preiswert. Sie müssen aber durch eine qualifizierte Begleitung unterstützt werden. Daneben gibt es in einigen Bundesländern noch weitere Förderprogramme, die für junge Familien geeignet sind. Auch in diesem Punkt hat die Beratung der Volksbank versagt.

An dieser Stelle berichten Experten von der Verbraucherzentrale Bremen über Themen aus der Finanz- und Versicherungswelt.
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