Asendorfer Molkerei verarbeitet Milch zu traditionellen Produkten

„Frischer geht es nicht“

Traditionell und naturbelassen – diese beiden Eigenschaften beschreiben ganz treffend die hochwertige Produktpalette der Asendorfer Molkerei Grafschaft Hoya e. G. mit Sitz in Asendorf. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1888 von Bauern als Molkerei- genossenschaft. Nach mehreren Zusammenlegungen ging daraus in der Folgezeit die Molkereigenossenschaft Asendorf hervor. Heute beliefern knapp 75 Milchlieferanten aus dem nahen Umkreis von bis zu 30 Kilometern das Unternehmen. An alter WirkungsstätteAlle zwei Tage wird abgeholtLieferung an rund 70 Märkte
20.07.2014, 00:00
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
„Frischer geht es nicht“

Heinrich Steinbeck vor einem von zwei Tankwagen, die für die Asendorfer Molkerei im Einsatz sind. Sie haben eine Kapazität von jeweils 25 000 Kilo Milch.

Femke Liebich, Femke Liebich für emsn

Traditionell und naturbelassen – diese beiden Eigenschaften beschreiben ganz treffend die hochwertige Produktpalette der Asendorfer Molkerei Grafschaft Hoya e. G. mit Sitz in Asendorf. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1888 von Bauern als Molkerei-

genossenschaft. Nach mehreren Zusammenlegungen ging daraus in der Folgezeit die

Molkereigenossenschaft Asendorf hervor. Heute beliefern knapp 75 Milchlieferanten aus dem nahen Umkreis von bis zu 30 Kilometern das Unternehmen.

Pro Jahr werden in der Asendorfer Molkerei etwa 50 Millionen Kilogramm Milch verarbeitet. Mehr als 55 Mitarbeiter

sind derzeit auf dem etwa zwei Hektar großen Unternehmensgelände beschäftigt. Unter

ihnen befinden sich 35 Festangestellte, die ausschließlich in der Produktion tätig sind.

Darüber hinaus sind vier sogenannte Milchtechnologie-Auszubildende und 20 Teilzeitkräfte beschäftigt.

Zur Molkerei gehören neben großzügigen Kühlräumen und einem Maschinenraum auch eine Butterei und eine Schichtkäserei. Die beiden letztgenannten Räumlichkeiten wurden

erst in den vergangenen zwei Jahren erweitert und erneuert.

An alter Wirkungsstätte

Überhaupt hat sich in der letzten Zeit viel getan. So hat nach zwei Jahren im Betrieb Heinrich Steinbeck im vergangenen Jahr die Nachfolge von Hermann Kück als Geschäftsführer angetreten. Der gelernte Landwirt hat bereits vor 25 Jahren

in der Asendorfer Molkerei seine Umschulung zum Molkereifachmann absolviert. Nach verschiedenen leitenden Stationen in anderen Molkereien und lebensmittelproduzierenden Betrieben wie Bremerland, Vilsa Brunnen oder Ammerland in

Oldenburg ist der 50-Jährige jetzt wieder an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt und widmet sich dort mit voller Leidenschaft seiner Arbeit.

„Im Gegensatz zu vielen anderen Großbetrieben wird bei uns noch viel mit der Hand gemacht. Man kann so das Produkt sehen, das man herstellt“, stellt der Geschäftsführer die Vorzüge seines Unternehmens heraus.

Zum aktuellen Zeitpunkt

umfasst die Produktpalette neben Klassikern wie Milch,

Joghurt, laktosefreie Milch, Butter, Butterspezialitäten, Buttermilch, Sahne und Sahne-Schichtkäse auch Kräuterbutter. Diese wird in großen Mengen für den norddeutschen und zum Teil auch europäischen Markt produziert.

Alle zwei Tage wird abgeholt

„Wir stellen ausschließlich frische Produkte her. Bei uns wird die abends gemolkene Milch morgens zu Trinkmilch verarbeitet. Frischer geht es nicht!

Dementsprechend wird die Milch bei uns nicht ultrahocherhitzt wie es zum Beispiel bei H-Milch der Fall ist. Wir erhitzen die Milch ausschließlich

bei 72 Grad schonend und

dadurch ist sie mit einer Haltbarkeitszeit von acht bis neun

Tagen kürzer haltbar als manch andere Sorten“, erläutert Heinrich Steinbeck.

Um diese Frische zu garantieren fahren die zwei Milchtanksammelwagen im zweitägigen Rhythmus die Milchlieferanten an. „Wir bekommen etwa 650 000 Kilogramm Milch pro Landwirt und Jahr. Die Zahl der Landwirte nimmt zwar jährlich ab, aber dafür steigt die Milchmenge pro Landwirt. Unsere Lieferanten haben zum Teil bis zu 200 Kühe auf ihrem Hof“, so der Geschäftsführer.

Seit vielen Jahren gehört auch der beliebte Sahneschichtkäse von Asendorf zu den absatzstärksten Produkten. Dieser wird einzigartig mit handgeschöpfter dickgelegter Milch und frischer Sahne gefertigt.

Zu den weiteren Besonderheiten der Molkerei zählen eine saure spezielle Buttermilch aus Sauerrahm sowie eine aromatische Sauerrahmbutter. „Der große Vorteil dieser Butter ist, dass sie sehr leicht zu streichen ist und deshalb nicht lange vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank genommen werden muss“, weiß der Fachmann zu berichten.

Alle Produkte werden mehrmals in der Woche in einem

Umkreis von bis zu 50 Kilometern an diverse Märkte ausgeliefert. „Wir zählen eindeutig zu den kleinen Molkereien und sind mit diesem Status auch zufrieden. Entsprechend übernehmen wir im Gegensatz zu den großen Molkereien wie das Deutsche Milchkontor auch geringe Auftragsmengen. Unser Aushängeschild sind dabei eindeutig die frischen Produkte aus der Region mit ihrer einzigartigen Qualität. Dafür zahlen unsere Kunden auch gerne ein paar Cent mehr“, fügt er hinzu.

Lieferung an rund 70 Märkte

Mittlerweile beliefert die Molkerei rund 70 verschiedene Märkte im Landkreis und in

Bremen – darunter auch Rewe, Lestra und Famila. Darüber

hinaus zählt die Bäko als Fachgroßhandel für Bäckereien und Konditoreien zu den Kunden der Asendorfer Molkerei, die lose Butter im Zehn-Kilo-

Karton und Schlagsahne im

Fünf-Kilo-Eimer abnimmt und weiterverkauft. Spezialitäten wie Quark und Creme Fraiche werden von der Molkerei in kleineren Mengen sogar deutschlandweit vertrieben. „Ausgewählte kleinere und exklusivere Firmen möchten ausschließlich unsere naturbelassene Sahne in ihrem Sortiment haben“, verrät Heinrich Steinbeck.

Im vergangenen Jahr hat die traditionsreiche Molkerei anlässlich des 125-jährigen Bestehens am Tag der Regionen ihre Türen auch für zahlreiche Besucher geöffnet. Der Zugang durch die Produktionsräume ist sonst nur für angemeldete

Gruppen möglich und wurde bestens angenommen. „An diesem Tag hatten wir bestimmt 2500 Besucher zu Gast“, erklärt Heinrich Steinbeck stolz.

Zu seinen zukünftigen Projekten als Geschäftsführer zählt es nun, die Wirkung nach außen noch weiter zu intensivieren. So soll nicht nur die Fassade mit

traditionellen Firmenlettern erneuert werden. Auch eine Aktualisierung der firmeneigenen Homepage ist geplant. xfl

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+