Der Landkreis hat der Achimer Firma Krinke die Planfeststellung zur Erweiterung ihres Abbau-Gebietes erteilt Gemeinde Thedinghausen erwägt Klage

Im Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms ist vorgesehen, dass das Gebiet in Werder als Vorranggebiet zur Rohstoffgewinnung ausgewiesen wird. Bereits Anfang September hatten sich die Ratsmitglieder dagegen ausgesprochen.
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Elisabeth Hintze

Im Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms ist vorgesehen, dass das Gebiet in Werder als Vorranggebiet zur Rohstoffgewinnung ausgewiesen wird. Bereits Anfang September hatten sich die Ratsmitglieder dagegen ausgesprochen.

Die Gemeinde Thedinghausen ist sich einig: In der Gemarkung Werder soll kein weiterer Kiesabbau stattfinden. Der Landkreis Verden hat allerdings gegen diese Stellungnahme entschieden und der Achimer Firma Krinke kürzlich die Planfeststellung mit Nebenbestimmungen für „die Herstellung eines Gewässers dritter Ordnung“ erteilt. Das bedeutet, dass das Unternehmen möglicherweise sein Abbaugebiet erweitern wird. Die Gemeinde Thedinghausen erwägt nun, ob sie klagen soll.

Bei der Planfeststellung handelt es sich sozusagen um eine Art Baugenehmigung für den Bodenabbau. In Werder werden bereits Sand und Kies durch die Firma Krinke abgebaut. Das Gebiet ist nahezu erschöpft, deshalb möchte das Unternehmen erweitern und auch binnendeichs – statt wie bisher nur außendeichs – abbauen.

Der Beschluss nebst Planunterlagen liegt noch bis zum 25. November im Bauamt der Gemeinde Thedinghausen sowie in der Stadtplanung der Stadt Achim zur Einsicht aus. Gegen den Planfeststellungsbeschluss kann innerhalb eines Monats nach Ende der Auslegungsfrist Klage beim Verwaltungsgericht Stade eingereicht werden.

Eine Klage wäre gegen den Landkreis Verden zu richten. Diese Möglichkeit zieht die Gemeinde Thedinghausen nach Aussage von Samtgemeindebürgermeister Gerd Schröder in Erwägung: „Derzeit prüft ein Fachanwalt für Verwaltungsrecht, ob eine Klage Sinn macht.“ Die Bedenken der Ratsmitglieder seien vonseiten des Landkreises abgewunken und die Planfeststellung zugunsten von Krinke erteilt worden.

Stein des Anstoßes ist der Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) des Landkreises Verden. Der weist die Fläche in Werder als Vorranggebiet zur Rohstoffgewinnung für Kies und Sand aus. In einer Stellungnahme hatte sich die Gemeinde Thedinghausen bereits Anfang September gegen die Ausweisung ausgesprochen. Hauptgrund sei, so Gemeindedirektor Gerd Schröder, dass der geplante Abbau binnendeichs stattfinden soll.

Derzeit werde nördlich des Deiches in Werder abgebaut. Schröder sagte auf der Ratssitzung Anfang September: „Wir als Gemeinde sind der Meinung, dass es dort ausreichend Erweiterungspotenzial gibt. Deshalb sollten dort alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, wo sowieso schon gebaggert wird.“

Hauptgrund für die Vorbehalte der Gemeinde ist die mögliche Gefährdung der Deichsicherheit. Ob das Argument allerdings ausreicht, damit eine etwaige Klage Erfolg hat, bezweifelt Schröder: „Wenn die Fläche tatsächlich als Vorranggebiet für Bodenabbau ausgewiesen wird, haben wir als Gemeinde keine Chance. Ich erwarte von der Prüfung durch den Anwalt nicht viel.“ In der kommenden Woche wird es laut Schröder ein Moderationsgespräch mit Vertretern der Firma Krinke geben: „Wir werden sehen, ob das etwas bringt. “

Ziel des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) ist es, die im Landkreis zur Verfügung stehende Fläche bestmöglich zu nutzen und dabei die unterschiedlichen Bedürfnisse an die Raumnutzung aufeinander abzustimmen. So regelt das RROP unter anderem künftige Siedlungsstrukturen, Naturräume, Verkehrswege, Bodenabbau, Gewerbeansiedlungen und Windkraftstandorte. Der RROP-Entwurf ist unter www.landkreis-verden.de einzusehen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+