73 von 139 Mitarbeitern bleiben GPI entgeht Insolvenz

Bremen. Die Insolvenz des Hemelinger Werks des Verpackungsherstellers Graphic Packaging International (GPI) ist abgewendet. „Der Standort Bremen bleibt erhalten“, sagte Werksleiter Peer Karkutsch am Freitag.
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GPI entgeht Insolvenz
Von Carolin Henkenberens

Bremen. Die Insolvenz des Hemelinger Werks des Verpackungsherstellers Graphic Packaging International (GPI) ist abgewendet. „Der Standort Bremen bleibt erhalten“, sagte Werksleiter Peer Karkutsch am Freitag. Der amerikanische Mutterkonzern habe das Sanierungskonzept, das einen Stellenabbau von knapp der Hälfte der Mitarbeiter vorsieht, am Donnerstagabend gebilligt.

Der Plan beinhaltet laut Karkutsch, dass rund 60 Mitarbeiter zum Ende des Jahres betriebsbedingt gekündigt werden. Zudem würden auslaufende Verträge nicht verlängert und Stellen von in Rente gehenden Personen nicht neu besetzt. Letztlich blieben 73 der derzeit 139 Stellen erhalten. Die Mitarbeiter haben die Nachricht am Freitagnachmittag erfahren. „Die Stimmung war ruhig. Auf der einen Seite herrschte Erleichterung“, sagte Karkutsch. Auf der anderen Seite stünden natürlich die Kollegen, die betroffen sind.

„Es ist einfach eine Katastrophe für die Mitarbeiter“, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Kornelia Haustermann. Die Mitarbeiter hätten die Botschaft mit Empörung aufgenommen, einige machten Missmanagement für die Situation verantwortlich. Die von einer Kündigung Betroffenen hätten die Möglichkeit, für zwölf Monate in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Das sehe der ausgehandelte Sozialplan vor.

Für die verbleibenden Mitarbeiter sei zudem eine Beschäftigungsgarantie über zwei Jahre ausgehandelt worden. Im Gegenzug arbeiten sie zweieinhalb Wochenstunden ohne Bezahlung und in einem neuen Schichtsystem. Das Sanierungskonzept sieht laut Verdi ebenfalls vor, dass Aufgaben wie die Informationstechnologie und die Entwicklung von anderen Werken des Konzerns übernommen oder an Fremdfirmen vergeben werden.

Die GPI GmbH ist ein Hersteller von Lebensmittel- und Getränkeverpackungen mit europaweit elf Standorten. Das Werk in Bremen fertigt unter anderem die Papp-Träger für Beck‘s-Bier. Die Niederlassung schreibt allerdings seit Jahren rote Zahlen. Laut Karkutsch solle nun die Effizienz gesteigert und sich auf das Kerngeschäft konzentriert werden, die Getränkeverpackungen. „Das ist ein saisonales Geschäft“, gab Haustermann zu bedenken. Das Management müsse endlich seine Hausaufgaben machen und die Geschäftsstrategie verbessern.

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