EU weitet Freiwilligenprojekt aus Gutes tun im In- und Ausland

Brüssel. Über das EU-Solidaritätskorps finden junge Menschen Hilfsprojekte, Praktikumsstellen oder Arbeitsplätze im sozialen Bereich. Am Dienstag hat die EU-Kommission Ergänzungen zum Programm vorgeschlagen.
31.05.2017, 00:00
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Von Martina Herzog

Brüssel. Über das EU-Solidaritätskorps finden junge Menschen Hilfsprojekte, Praktikumsstellen oder Arbeitsplätze im sozialen Bereich. Am Dienstag hat die EU-Kommission Ergänzungen zum Programm vorgeschlagen. Ein Überblick:

Wer: Teilnehmen können Personen aus der Europäischen Union und einigen Partnerländern zwischen 18 und 30 Jahren. Eine Anmeldung ist bereits ab 17 Jahren möglich. Bewerber aus benachteiligten Verhältnissen sollen künftig besonders gefördert werden.

Wo: Derzeit ist ein Einsatz im eigenen Land oder einem der 27 anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union möglich. Zum Teil sind aber auch Projekte etwa in Mazedonien, Island oder der Türkei abgedeckt.

Wie lange: Freiwilligeneinsätze dauern bis zu zwölf Monate, Praktika zwei bis sechs Monate, und eine Anstellung wird für zwei bis zwölf Monate gefördert.

Was: Aktuell werden drei Arten von Engagement gefördert. Bei einem Freiwilligeneinsatz können Teilnehmer zum Beispiel bei Aufbauarbeiten nach Naturkatastrophen helfen, in Asylzentren oder Behinderteneinrichtungen. Bei Beschäftigungsprojekten erhalten Teilnehmer einen Arbeits-, Praktikums- oder Ausbildungsplatz bei einem sozial ausgerichteten Arbeitgeber. Nach den Vorschlägen der EU-Kommission sollen künftig auch Freiwillige selbst vor Ort Projekte organisieren oder sich in Gruppen von zehn bis 40 Personen anmelden können.

Wie: Interessenten können sich auf der Internetseite des Solidaritätskorps registrieren. Dort müssen sie erklären, welche Art von Projekten für sie infrage kommt, welche Erfahrungen oder Kenntnisse sie mitbringen, und wann sie zur Verfügung stehen. Partnerorganisationen können dann konkrete Angebote machen.

Kosten: Freiwillige werden nicht bezahlt, jedoch werden normalerweise die Kosten für Hin- und Rückreise, Unterkunft, Verpflegung und Krankenversicherung übernommen. Hinzukommt ein Taschengeld von bis zu 155 Euro pro Monat. Interessenten, die eine Arbeitsstelle erhalten, werden nach nationalen Regeln entlohnt. Auch Praktika werden vergütet. Vermittlungskosten dürfen nicht in Rechnung gestellt werden.

Budget: In den Jahren 2018 bis 2020 will die EU-Kommission 341,5 Millionen Euro für das Solidaritätskorps ausgeben. Derzeit kommt das Geld aus unterschiedlichen Töpfen, weil verschiedene Programme unter dem Dachbegriff „Solidaritätskorps“ firmieren.

Seit Dezember, als das Solidaritätskorps an den Start ging, haben sich laut EU-Kommission 30 000 Interessenten gemeldet. 110 von ihnen haben ein Angebot erhalten. Hinzukommt aber nach EU-Angaben eine unbekannte Zahl weiterer Vermittlungen, da Partnerorganisationen erst seit März mit dem neuen Portal arbeiten. Die meisten Interessenten kommen aus Italien (5352 Personen), vor Spanien (4470), Portugal (2836) und Deutschland (1579).

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