Wirtschaftssenatorin setzt auf den Bund Bremische Bürgerschaft berät über Hilfen für die Lloyd-Werft

Wie Hilfen für die Lloyd-Werft aussehen können, wird am Mittwoch Thema in der Bremischen Bürgerschaft sein. Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) setzt dabei auch auf Unterstützung vom Bund.
22.02.2021, 18:23
Lesedauer: 2 Min
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Bremische Bürgerschaft berät über Hilfen für die Lloyd-Werft
Von Peter Hanuschke

Wie mögliche Hilfen für die Bremerhavener Lloyd-Werft aussehen können, darüber wird die Bremische Bürgerschaft am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde reden. Der Diskussionsbedarf kommt auf Initiative der Regierungsfraktionen SPD, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen. „Wir wollen darüber sprechen, wie wir den Weg zum Erhalt der Werft positiv begleiten können“, sagte Volker Stahmann, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion und einer der Antragssteller, dem WESER-KURIER.

Die Traditionswerft soll, wie berichtet, zum Jahresende abgewickelt werden. Darüber wurden die 350 Beschäftigten am Freitag informiert. Die Genting-Gruppe aus Malaysia hatte 2015 die Lloyd-Werft übernommen. Der Konzern, der unter anderem sein Geld mit Glücksspiel verdient, kaufte danach in Mecklenburg-Vorpommern die drei Nordic-Yards-Werften, die in MV-Werften umbenannt wurden. Dort werden Kreuzfahrtschiffe für den asiatischen Markt gefertigt – ein Geschäft, das durch die Corona-Pandemie stark beeinträchtigt ist. Bei den MV-Werften ist ein Arbeitsplatzabbau geplant. Das ist eine Voraussetzung, um staatliche Hilfe aus dem im Zusammenhang mit Corona-Beeinträchtigungen aufgelegten Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes zu erhalten.

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Ob auch die Lloyd-Werft von diesem Rettungsschirm profitieren kann, ist derzeit offen. Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) hatte angekündigt, das prüfen zu lassen. „Die Entscheidung des Bundes zu den WSF-Mitteln für die MV-Werften-Holding, zu der auch die Lloyd Werft gehört, soll bis Ende März fallen“, sagte die Senatorin. Die Verhandlung zwischen Bund und MV-Werften-Holding liefen dazu derzeit auf Hochtouren. Ende 2020 habe die MV-Werften-Holding eine Überbrückungsfinanzierung vom Bund erhalten. Sowohl bei der Überbrückungsfinanzierung, als auch bei möglichen Hilfen über die WSF-Mittel sei die Lloyd-Werft mit dabei. Das Unternehmen und die Mitarbeiter bräuchten aber vor allem eine langfristige Perspektive: „Dieses Bekenntnis erwarte ich auch von der Bundesregierung.“

Stahmann glaubt an die Zukunft der Werft: „Das Unternehmen hat so viel Fachkompetenz und Erfahrung, die Werft muss erhalten bleiben.“ Er sei froh darüber, dass es unter anderem mit der Bremerhavener Rönner-Gruppe Interessenten für eine Übernahme gebe, die ebenfalls im Werftbau tätig sei. Bis zum Jahresende soll es noch genügend Arbeit auf der Werft geben: Dafür sorgt die Fertigstellung der 140 Meter langen Superjacht „Solaris“ und ein geplanter Werftaufenthalt des deutschen Forschungsschiffs „Polarstern“.

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