Bremerhaven

Herausforderungen durch Industrie 4.0

Bremerhaven. Ist Deutschland bereit für die Industrie 4.0? Und was muss unternommen werden, damit die USA oder China nicht vorbeiziehen? Das waren zwei zentrale Fragen einer Diskussionsrunde der SPD-Bundestagsfraktion, zu der die Abgeordneten Uwe Beckmeyer und Carsten Sieling gestern nach Bremerhaven eingeladen hatten.
12.12.2014, 00:00
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Von Frank Miener

Ist Deutschland bereit für die Industrie 4.0? Und was muss unternommen werden, damit die USA oder China nicht vorbeiziehen? Das waren zwei zentrale Fragen einer Diskussionsrunde der SPD-Bundestagsfraktion, zu der die Abgeordneten Uwe Beckmeyer und Carsten Sieling gestern nach Bremerhaven eingeladen hatten. Fazit: Deutschland ist nicht schlecht aufgestellt, muss sich aber vorsehen. Vor allem müssten sich die Unternehmen den Herausforderungen stellen.

„Wir haben realistische Chancen, die neuen Standards zu setzen und diese auch erfolgreich zu verbreiten“, war sich etwa Armin Dekorsy von der Universität Bremen sicher. Denn obwohl die amerikanischen Softwaregiganten, die sich in einem entsprechenden Konsortium bereits zusammengetan haben, schnell seien, hätten die einheimischen Firmen einen riesigen Vorteil: „Die Amerikaner kennen sich mit der Produktion nicht so aus“, so der Hochschullehrer. Das sei eine Domäne deutscher Unternehmen wie Siemens oder den Autobauern. Und die seien, unter anderem in Kooperation mit der Telekom, bereits auf dem richtigen Weg. Industrie 4.0 bezeichnet dabei das Zusammenwachsen verschiedener Industriezweige samt einer Vernetzung und eines Datenaustauschs in Echtzeit. So könnte ein Autohersteller genau verfolgen, wann eine Materiallieferung eintrifft, ebenso könnte Leerläufe auf einer Maschinenstraße über das Netz angeboten und von Kunden genutzt werden.

Das allerdings wirft auch eine Vielzahl an Problemen auf. Wichtiges Thema ist die Datensicherheit. „Es darf nicht sein, dass ein Unternehmen wie zum Beispiel Google die Primärdaten aus den Maschinen hat“, sagte Beckmeyer, der zugleich das Hightech-Programm der Bundesregierung vorstellte. Weitere Zukunftsthemen sind die Entwicklung von Standards zum Beispiel im Funkbereich, sowie Fragen des Patentschutzes und der Arbeitnehmerrechte. „Die Facharbeiter werden wesentlich mehr steuern müssen“, betonte Dekorsy. Und er mahnte ebenso wie der Geschäftsführer der Seestadt-IG-Metall, Karsten Behrenwald: „Wir haben jetzt schon Ausbildungsplatznöte. Und die Industrie 4.0 darf auch nicht dazu führen, dass großer Druck auf die Menschen entsteht.“

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