Neue Kfz-Versicherung / In der Regel kann alte Police bis zum 30. November gekündigt werden

Herbstzeit ist Wechselzeit

Rund 1,9 Millionen Bundesbürger haben im vergangenen Jahr ihre Kfz-Versicherung gewechselt. Die meisten davon im Herbst, denn dann läuft in der Regel die Kündigungsfrist zum 1. Januar des kommenden Jahres. Häufigste Gründe für den Wechsel sind laut einer Studie zu hohe Prämien oder der Kauf eines Neu- oder Gebrauchtwagens. Was beim Wechsel zu beachten ist.
29.09.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Olaf Grahl

Rund 1,9 Millionen Bundesbürger haben im vergangenen Jahr ihre Kfz-Versicherung gewechselt. Die meisten davon im Herbst, denn dann läuft in der Regel die Kündigungsfrist zum 1. Januar des kommenden Jahres. Häufigste Gründe für den Wechsel sind laut einer Studie zu hohe Prämien oder der Kauf eines Neu- oder Gebrauchtwagens. Was beim Wechsel zu beachten ist.

Bis zum 30. November kann beim alten Anbieter gekündigt werden. Wenn der Versicherer die Prämie erhöht, kann man auch nach diesem Stichtag noch kündigen. Es gilt dann eine Frist von einem Monat nach Zugang der Rechnung. Manche Versicherer tricksen, indem sie auf dem Beitragsbescheid ein konkretes Datum vermeiden. Dann sollte man den Umschlag mit dem Poststempel aufbewahren.

Bei der Suche nach einer passenden Kfz-Versicherung sollte jedoch nicht allein der Preis ausschlaggebend sein, sondern auch der Leistungsumfang sowie eine einfache Regulierung im Schadenfall. Vergleichen lohnt sich: Mit einem anderen Tarif kann man bei gleichbleibenden Leistungen mehrere hundert Euro im Jahr sparen.

Außerdem zahlt es sich aus, wenn man die Faktoren kennt, die die Versicherungsprämie verteuern oder reduzieren. Neben Zulassungsort, Fahrzeugtyp, Fahrleistung und Schadenfreiheitsklasse (SF) des Versicherungsnehmers sind das auch Kriterien, die man als Kunde beeinflussen kann. Wer bei Kaskoschäden die Partnerwerkstatt der Versicherung akzeptiert, fährt bis zu 20 Prozent günstiger. Auch wer im eigenen Haus wohnt und dazu noch eine Garage hat, kann einige Prozente sparen. Ein großer Fahrerkreis vor allem mit jungen Fahrern verteuert dagegen die Prämie.

Für Bremer Autofahrer kann es im nächsten Jahr in der Haftpflicht auch teurer werden, da ihre Regionalklasse um nach oben gestuft wurde. Sie liegt aber noch immer unter dem bundesweiten Durchschnitt. Die Regionalklassen in der Teilkasko und der Vollkasko blieben dagegen unverändert. Da bis zu 50 Kriterien die Versicherungsprämie bestimmen, können die günstigen Anbieter von Fahrer zu Fahrer sehr unterschiedlich ausfallen.

Haftpflicht in Bremen 2015 teurer

Für den Neuwagen, einen Golf VII, wurden im Beispielfall (siehe Tabelle) umfangreiche Anforderungen an den Versicherungsschutz gestellt. Das reicht vom Auslandsschadenschutz bis zur GAP-Versicherung. Sie schützt davor, dass der Versicherungsnehmer bei Totalschaden oder Diebstahl die Differenz zwischen dem Wiederbeschaffungswert und den noch offenen Raten selbst tragen muss. Schnell kann sich dieser Betrag auf einige tausend Euro summieren.

Der Auslandsschadenschutz schützt vor den im Ausland oft niedrigeren Deckungssummen als in Deutschland. Wer im Ausland mit seinem Fahrzeug unverschuldet in einen Unfall verwickelt wird, dem wird mit dem zusätzlichen Auslandsschutz ein Personen- und Sachschaden so ersetzt, als hätte der Unfallgegner eine Haftpflichtversicherung bei der eigenen Versicherung. Entscheidender Vorteil: Der Regulierungspartner ist dann nicht mehr die ausländische Assekuranz, sondern die eigene Versicherung.

Neben den hohen deutschen Deckungssummen kann der Versicherte alle Ansprüche wie Schmerzensgeld oder Nutzungsausfall geltend machen, die ihm nach deutschem Recht zustehen. Verzichtet der Versicherer auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit, dann zahlt die Assekuranz auch, wenn der Kunde eine rote Ampel überfährt und einen Unfall verursacht.

Vor allem Serviceversicherer erweisen sich als leistungsstark. Drei von fünf ausgewählten Anbietern haben eine Neuwertentschädigung von 24 Monaten bei Totalschaden, was vor allem bei einem Neuwagen wichtig ist. Die drei ersetzen den Neuwert in dieser Zeitspanne auch bei einem Diebstahl. Die Versicherung der Sonderausstattung ist entweder unbegrenzt oder mit mindestens 6000 Euro meistens ausreichend.

Alle Service- oder Filialversicherer erfüllen die Anforderungen des Kunden auch zu 100 Prozent. Das ist bei den Direktversicherern nicht der Fall. HUK24 und R+V24 kommen dem Anforderungsprofil mit 90 Prozent schon recht nahe. Beide versichern auch die Sonderausstattung unbegrenzt und die Neuwertentschädigung liegt bei 18 beziehungsweise 24 Monaten (HUK24). Die größten Abstriche beim Anforderungsprofil müssen bei Allsecur und Direct Line gemacht werden.

Vergünstigung bei Anruf

Im Internet gibt es eine Reihe von Vergleichsrechnern, etwa bei Verivox, Check24 oder Nafi-Auto. Um einen wirklichen Marktüberblick zu bekommen, sollte man zwei dieser Vergleichsportals nutzen, denn nicht alle Versicherer stellen ihre Daten allen Portalen zur Verfügung.

Wer nicht im Internet vergleichen will, kann noch einen weiteren Weg beschreiten. Schon ein Anruf bei der Versicherung kann zu einem günstigeren Tarif führen. Laut Stiftung Warentest konnten 30 Prozent der Kunden auf diese Weise eine Beitragsersparnis herausholen, ohne dass sich die Leistungen verschlechterten.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+