Gewerkschaften IG Metall lehnt Nullrunde ab - Vorrang für Jobs

Frankfurt/Main. Die IG Metall lehnt weiterhin eine Nullrunde in den bevorstehenden Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie ab. Er rechne allerdings damit, dass auf Druck der Arbeitgeber die Bereiche Entgelt und Arbeitsplatzsicherung zusammen verhandelt werden müssten.
25.01.2010, 14:41
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Frankfurt/Main. Die IG Metall lehnt weiterhin eine Nullrunde in den bevorstehenden Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie ab. Er rechne allerdings damit, dass auf Druck der Arbeitgeber die Bereiche Entgelt und Arbeitsplatzsicherung zusammen verhandelt werden müssten.

Das erklärte Gewerkschaftschef Berthold Huber am Montag in Frankfurt. Man wolle nichts unversucht lassen, um möglichst stabile Beschäftigungsverhältnisse zu bekommen. Die IG Metall sieht in diesem Jahr rund 700 000 Jobs in ihren Branchen gefährdet.

Nach wie vor laufen laut Huber in den Tarifbezirken die Sondierungen mit den Arbeitgebern zum so genannten kleinen Kurzarbeitergeld, das in den Tarifverträgen neu geregelt werden könnte. Ziel ist eine Absenkung der wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 26 Stunden. Bislang sind bis zu 29 Stunden möglich.

Die Gewerkschaft verlangt für die Absenkung die vorherige Ausschöpfung der konjunkturellen Kurzarbeit und einen Teillohnausgleich, der zudem von Steuern und Sozialabgaben freigestellt werden sollte. Er rechne allerdings nicht mit einer Entscheidung seitens der Politik bis zum 9. Februar, sagte der Gewerkschaftschef. Zu diesem Zeitpunkt will der IG-Metall-Vorstand die Sondierungen in den unterschiedlichen Tarifregionen zusammenfassen und bewerten.

Der Entgelttarifvertrag für die größte deutsche Industriebranche läuft bis Ende April. Huber schloss erneut vorgezogene Tarifverhandlungen nicht aus.

Die größte deutsche Gewerkschaft hat die Wirtschaftskrise nach eigener Einschätzung bislang «relativ stabil» überstanden. Die Zahl der Mitglieder sank 2009 nach Angaben des Ersten Vorsitzenden Berthold Huber vom Montag um 1,6 Prozent auf 2,26 Millionen. Mit gut 84 400 neuen Mitgliedern kamen rund 36 000 weniger Menschen als im Vorjahr neu in die Organisation. Die Zahl der Austritte sank hingegen leicht auf knapp 100 000. Die Mitgliederentwicklung sei angesichts der massiven Auftragseinbrüche und dem Verlust von 195 000 Arbeitsplätzen im Jahr 2009 relativ stabil.

Schatzmeister Bertin Eichler rechnet für 2010 mit sinkenden Einnahmen nach nahezu konstanten Beitragseinnahmen im Jahr 2009 von 441 Millionen Euro. Die Gewerkschaft habe ihr Vermögen sichern und eine mehr als fünfprozentige Verzinsung der Finanzanlagen erreicht. Die Streikkasse sei nach wie vor gut gefüllt, sagte Eichler. (dpa)

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