Syke – Damals und Heute

In der Region verwurzelt

Nur wenige Einrichtungen des öffentlichen Lebens sind so mit den Menschen verbunden wie die öffentlichen Sparkassen. Gegründet wurden sie in Zeiten der Not als Geld- und Kreditinstitute mit gemeinnütziger und sozialer Zielsetzung.
11.08.2017, 00:00
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Von Hendrik Jürgens

Nur wenige Einrichtungen des öffentlichen Lebens sind so mit den Menschen verbunden wie die öffentlichen Sparkassen. Gegründet wurden sie in Zeiten der Not als Geld- und Kreditinstitute mit gemeinnütziger und sozialer Zielsetzung. Bis heute sind Sparkassen durch ihre Satzungen eng mit den kommunalen Verwaltungen als Träger verknüpft.

Auch die Geschichte der im nördlichen Teil des Landkreises Diepholz tätigen Kreissparkasse Syke reicht viele Jahrzehnte zurück. Die ersten Sparkassen im hiesigen Raum entstanden durch die Initiative einiger Kommunalpolitiker etwa Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie hatten die Aufgabe, die Ersparnisse der Bevölkerung sicher sowie verzinst anzulegen und die Einlagen als Darlehen zur Verfügung zu stellen. Die Kreissparkasse Syke entstand durch den Zusammenschluss von sechs selbstständigen Sparkassen aus den Gemeinden Hoya, Harpstedt, Bassum, Bruchhausen, Twistringen und Syke.

Magistrat und Bürgervorsteher des Fleckens Syke beschlossen 1862, eine „Spar-, Leih und Vorschußcasse“ zu gründen. Am 15. September des gleichen Jahres nahm diese ihre Tätigkeit auf. Allerdings erst, nachdem die Königliche Landdrostei zu Hannover ihr Einverständnis gegeben hatte. 1878 beschlossen die Mitglieder einer Amtsversammlung die Bildung einer Amtssparkasse in Vereinigung mit der Fleckensparkasse. Das Institut firmierte unter dem Namen „Spar-, Leih und Vorschuß­casse für das Amt Syke“.

Von 1918 an erweiterte das Kreditinstitut sein Zweigstellennetz. Es entstanden Filialen in Kirchweyhe, Heiligenfelde, Leeste und Nordwohlde sowie in Riede, Brinkum, Heiligenrode, Barrien, Okel, Felde und Fahrenhorst. Sechs Jahre später ging die Amtssparkasse nach einem Beschluss des Kreistags auf den Kreiskommunalverband über. Die Bank hieß von nun an „Kreisspar­kasse zu Syke“.

Die Zusammenlegung der Kreise Syke und Hoya im Jahr 1932 hatte weitreichende Folgen: Die „Sparkasse des Kreises Grafschaft Hoya zu Bassum“, die „Sparkasse der Gemeinde Twistringen“ und die „Sparkasse des Kreises Grafschaft Hoya zu Hoya“ wurden auf die „Sparkasse des Kreises Grafschaft Hoya zu Syke“ überführt. Grundlage dafür war eine Verfügung der preußischen Staatsregierung. Durch die Vereinigung wurde das Institut in Syke zu einer der größten Sparkassen in der damaligen Provinz Hannover. Um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, errichtete das Kreditinstitut 1937 Am Mühlendamm ein neues Hauptstellengebäude. Von 1963 an hieß das Institut „Kreissparkasse Grafschaft Hoya“.

Am 10. September 1966 begann dort das elektronische Zeitalter. Ein lochkartengesteuerter Rechner ersetzte die mechanisch arbeitenden Buchungsautomaten. Sie hatten 1954 die bis dahin handschriftliche Buchführung abgelöst. Eine weitere Veränderung brachte 1975 die Gemeinde- und Gebietsreform mit sich. Die Zweigstelle Riede ging auf die Sparkasse Verden über, die Filiale in Moordeich übernahm die Landessparkasse zu Oldenburg.

Einen großen Einschnitt bedeutete 1977 die Auflösung des Landkreises Grafschaft Hoya. Es entstand der Landkreis Diepholz; abgetrennt wurden jedoch die Samtgemeinde Grafschaft Hoya sowie Eystrup und Harpstedt. In diesen Gemeinden unterhielt die Sparkasse jedoch seit vielen Jahrzehnten 17 Geschäftsstellen. Vonseiten der Sparkasse war geplant, das Institut in der damaligen Form zu erhalten. Dieses Ziel wurde nicht erreicht.

Die im Bereich der Samtgemeinde Harpstedt gelegenen fünf Geschäftsstellen mussten 1983 auf die Landessparkasse zu Oldenburg übertragen werden. Die zwölf Geschäftsstellen in den Samtgemeinden Grafschaft Hoya und Eystrup gingen 1987 auf die Kreis- und Stadtsparkasse Nienburg über. Damit entfiel für die Sparkasse der Bezug zu ihrem bisherigen Namen – heute heißt sie „Kreissparkasse Syke“. Im Sommer 1985 schließlich bezogen die Mitarbeiter die umgebaute und erweiterte Hauptgeschäftsstelle in Syke – ein Gebäude, das den Anforderungen der Kunden- und Mitarbeiter gerecht wird.

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