Halbleiter Infineon-Finanzvorstand Schröter geht

München. Der Halbleiterhersteller Infineon muss sich einen neuen Finanzvorstand suchen. Der bisher für den Bereich zuständige Manager Marco Schröter verlässt den Münchner Dax-Konzern mit sofortiger Wirkung, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.
04.08.2010, 16:30
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste

München. Der Halbleiterhersteller Infineon muss sich einen neuen Finanzvorstand suchen. Der bisher für den Bereich zuständige Manager Marco Schröter verlässt den Münchner Dax-Konzern mit sofortiger Wirkung, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Grund für den plötzlichen Abgang seien «unterschiedliche Auffassungen über die künftige Geschäftspolitik», hieß es in der knappen Mitteilung. Der Aufsichtsrat ernannte zugleich den bisherigen Vorstandssprecher Peter Bauer zum Vorsitzenden des Führungsgremiums.

Medienberichten zufolge ist der Rückzug Schröters die Folge eines Machtkampfes im Vorstand. Der Präsidialausschuss des Aufsichtsrates hatte seit längerem geprüft, Bauer zum Vorsitzenden zu machen. Im Zuge der Ernennung soll Bauer auch die Zuständigkeit für Fusionen und Übernahmen bekommen haben. Dagegen solle Schröter bereits vor der Entscheidung protestiert und mit seinem Rücktritt gedroht haben, berichteten mehrere Medien unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Bis ein Nachfolger für Schröter gefunden ist, werde Bauer dessen Aufgaben als Finanzvorstand und Vorstand Reinhard Ploss die Funktion des Arbeitsdirektors übernehmen, hieß es. Das Unternehmen war in der Vergangenheit öfter wegen Personalquerelen in die Schlagzeilen geraten. Zuletzt hatte ein beispielloser Machtkampf um die Spitze des Aufsichtsrats auf der Hauptversammlung im Februar Wellen geschlagen.

Der Halbleiterspezialist hatte im dritten Quartal angesichts der kräftig wachsenden Nachfrage vor allem aus der Auto- und Handybranche zugelegt und erneut seine Erwartungen für das Gesamtjahr nach oben geschraubt. Derzeit verhandelt der Konzern zudem über einen Verkauf der Handychip-Sparte. Dabei seien zuletzt wesentliche Fortschritte erzielt worden, hatte Infineon am Montag mitgeteilt. In den vergangenen Wochen war mehrfach über einen möglichen Verkauf an den US-Konzern Intel spekuliert worden. (dpa)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+