Mit der richtigen Beleuchtung lässt sich viel Geld sparen/Saven Energy berät Unternehmen und Kommunen Ins rechte Licht gerückt

Dass die Glühbirne aus den Läden verschwunden ist, ist kein Zufall. Neue Lampen sind besser für die Umwelt und sparen Energie. Deshalb zeigt Saven Energy Unternehmen und Kommunen, wie sie durch das richtige Licht Geld sparen.
10.11.2013, 00:00
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Ins rechte Licht gerückt
Von Stefan Lakeband

Dass die Glühbirne aus den Läden verschwunden ist, ist kein Zufall. Neue Lampen sind besser für die Umwelt und sparen Energie. Deshalb zeigt Saven Energy Unternehmen und Kommunen, wie sie durch das richtige Licht Geld sparen.

Tim Heinemann freut sich immer ein bisschen, wenn es draußen früher dunkel ist. Denn dann sieht jeder, womit der 40-jährige Bremer sein Geld verdient. Heinemann verkauft Licht. „Licht ist einfach da und kaum einer achtet darauf. Es sei denn, es fehlt“, erklärt Heinemann seine Philosophie – und ein Stück weit auch sein Geschäftskonzept.

Seit Anfang des Jahres ist er Geschäftsführer von Saven Energy, einem Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Beleuchtung und Lichtanlagen zu optimieren. Zu seinen Kunden zählen Kommunen, aber auch Hotels, Krankenhäuser oder große Unternehmen. „Wir arbeiten da, wo viel Licht lange brennt“, sagt er. Und wo die Sparpotenziale groß sind. Denn Kernstück der Licht- und Energieberatung Saven Energy ist es, Stellen aufzuzeigen, an denen der Kunde sparen kann. Im Grunde ist es so, als würde man zu Hause eine normale 60 Watt-Glühbirne durch eine elf Watt-Energiesparlampe ersetzen. Nur der Umfang ist bei den Kunden von Saven Energy wesentlich größer. „Wir erstellen zuerst eine Ist-Analyse“, erklärt Heinemann. Dazu messen er und seine Mitarbeiter in jedem einzelnen Raum, welche Art Lampe wie lange leuchtet – egal ob Chefbüro oder Kaffeeküche. Danach rechnen sie den Stromverbrauch zusammen und die Kosten, die das Unternehmen dadurch hat.

Im nächsten Schritt macht Saven Energy einen Vorschlag, welche Leuchtmittel und Lampen man ersetzen könnte. „Nimmt man anstatt einer normalen Glühbirne beispielsweise eine LED, kann man bis zu 80 Prozent an Lichtkosten sparen“, verdeutlich Heinemann. Das ist natürlich der Idealfall, im Durchschnitt lassen sich aber immer noch zwischen 40 bis 60 Prozent Kosten bei einem Gebäude reduzieren. Dazu gehört auch die richtige Steuerung der Lampe, die automatisch dafür sorgt, dass das Licht nur brennt, wenn auch jemand da ist. „So wollen wir ein Bewusstsein schaffen, dass man mit und durch Licht Energie einsparen kann“, erklärt Heinemann. Eine optimierte Beleuchtung hat die Kosten für ihre Anschaffung meist nach zwei bis vier Jahren wieder amortisiert, rechnet der Geschäftsführer vor.

Trotz dieser beeindruckenden Zahlen sei es aber nicht immer leicht, potenzielle Kunden zu überzeugen, erklärt Heinemann. „Manchmal hört es sich für unsere Kunden zu gut an, um wahr zu sein“, so der Geschäftsführer. Oft würden sie nach dem Haken an der Sache fragen. Den gebe es aber nicht. Genauso wenig wie das Klischee, dass Energiesparlampen kein schönes Licht machen. Das sei früher so gewesen, mittlerweile sei es aber überholt.

Saven Energy wurde 2011 in Hamburg gegründet. Mit der Übernahme durch Tim Heinemann ist das Unternehmen aber in den Technologiepark an der Universität Bremen gezogen. Dort, ganz in der Nähe, hat der gebürtige Bremer auch Volkswirtschaften studiert. Später hat er an verschiedenen Orten als Unternehmensberater und als Vertriebler in der IT-Branche gearbeitet. Das hilft ihm jetzt dabei, potenzielle Kunden anzusprechen und von den Vorteilen einer Beleuchtungsoptimierung zu überzeugen. Hier geht es um Zahlen und Fakten, mit denen Heinemann überzeugen kann. Das liegt ihm.

Zusätzlich arbeiten aber auch noch zwei Ingenieure bei Saven Energy, deren Fachgebiet die Lichtplanung ist. Neben diesem festen Team ist das Unternehmen auch Bestandteil eines Netzwerkes mit Standorten in ganz Deutschland. Dazu gehören beispielsweise Freiberufler oder Ingenieurbüros, die das Bremer Unternehmen bei Analysen unterstützen.

Zusammen haben sie schon dem Berliner Olympiastadion, einem Krankenhaus in Hamburg oder einer Hotelkette geholfen, Lichtkosten zu sparen. „Durch die Arbeit kommt man auch mal in Bereiche, die einem sonst verschlossen bleiben“, sagt Heinemann. Seien es die Umkleidekabinen eines Fußballteams oder große Lagerhallen. In Bremen sieht er besonders viel Potenzial bei Logistikern. Allein schon, weil die Hansestadt ein Zentrum dafür ist. Konkrete Projekte habe man noch nicht, aber es gebe bereits Gespräche.

Was Heinemann immer wieder ins Auge fällt – er nennt es seine Berufskrankheit – ist die Straßenbeleuchtung. „Das ist häufig alte Technik“, sagt er. Auch da könnte moderne Beleuchtung helfen, Energie zu sparen. Zwei Probleme sorgen aber dafür, dass private Unternehmen nach wie vor den Großteil der Kunden von Saven Energy ausmachen und nicht die Kommunen. Die leiden einerseits häufig unter einem knappen Budget, andererseits sei die Amortisationszeit mit zehn Jahren für einige Entscheidungsträger zu lang.

Dennoch läuft das Geschäft für das junge Unternehmen gut. „Dieses Jahr konnten wir bereits bei vielen Unternehmen die Idee in die Tat umsetzen“, sagt Heinemann. Und auch mit einem Ingenieur stehe man in Verhandlung, der das Team erweitern und den zweiten, noch leeren Schreibtisch in Heinemanns Ein-Raum-Büro belegen soll. Das ist für jemanden, dessen Beruf sich um Licht dreht, mit vier Leuchtstoffröhren erstaunlich normal ausgeleuchtet. „Ich bin oft unterwegs“, sagt der 40-Jährige. „Da brennt das Licht gar nicht so lange.“ Wenn alles nach Plan läuft, wird sich das auch in Zukunft nicht ändern.

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