Einsparungen bis 200 Millionen Euro Jobabbau der NordLB trifft auch Bremen

Norddeutschlands größte Landesbank NordLB will im Rahmen ihres Umbauprogramms bis zu 1250 Stellen streichen und 200 Millionen Euro einsparen. Auch Bremen soll von der Umstrukturierung betroffen sein.
30.05.2017, 11:23
Lesedauer: 2 Min
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Von Thomas Strünkelnberg und Florian Schwiegershausen

Norddeutschlands größte Landesbank NordLB will im Rahmen ihres Umbauprogramms bis zu 1250 Stellen streichen und 200 Millionen Euro einsparen. Auch Bremen soll von der Umstrukturierung betroffen sein.

Die NordLB will ein Fünftel aller Stellen im Konzern streichen. Das schwierige Geschäft mit Schiffskrediten hatte Norddeutschlands größter Landesbank im Vorjahr einen Verlust von 1,96 Milliarden Euro eingebrockt, außerdem steht die rechtliche Verschmelzung mit der übernommenen Bremer Landesbank bevor.

Bis zu 1250 Stellen sollen im Rahmen des Umbauprogramms wegfallen, teilte die Landesbank mit. Bis Ende 2020 wolle die NordLB 150 bis 200 Millionen Euro einsparen, um den Konzern „nachhaltig profitabel“ zu machen. Alle Sparten einschließlich der Tochtergesellschaften und Beteiligungen stünden auf dem Prüfstand, auch Verkäufe würden erwogen. Der Konzern beschäftigt insgesamt etwa 6000 Mitarbeiter. Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, die Landesbank prüfe den Verkauf ihrer profitablen Immobilientochter Deutsche Hypothekenbank. Die Deutsche Hypo beschäftigt gut 400 Mitarbeiter.

Stellenabbau durch Fusion

Landesbank-Sprecher Jan-Peter Hinrichs sagte: „An welchen Standorten genau wie viele Stellen abgebaut werden sollen, lässt sich momentan noch nicht beziffern.“ Schon im April hatte Vorstandschef Thomas Bürkle angekündigt, dass zu der Fusion mit der Bremer Landesbank (BLB) Stellenabbau gehöre. „Das wird keine ganz kleine Zahl sein; das passiert auch nicht in einem Jahr, sondern im Rahmen des Umbauprogramms bis 2020/2021“, sagte er damals.

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Es sollten aber nicht allein in Bremen Stellen gestrichen werden. Entlassungen sollten vermieden, könnten aber nicht ausgeschlossen werden. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mobilisiert die Beschäftigten aller Standorte. Sie will mit dem Konzern in Tarifverhandlungen treten, aber auch über Kündigungsschutz und Standortsicherung sprechen.

Am Dienstag machte die NordLB keine Angaben, wie genau die Jobs abgebaut werden sollen. Allein bei der BLB sind 1200 Mitarbeiter beschäftigt. Die BLB bleibt auch nach der Komplettfusion als Marke erhalten – ebenso wie die Standorte in Bremen und Oldenburg. Bis Jahresende werden sich die Pläne konkretisieren. Dazu stehe die NordLB auch im Gespräch mit den Personalräten.

Der erste Schritt zum Ziel

Im ersten Quartal kehrte die NordLB in die schwarzen Zahlen zurück: Unter dem Strich verdiente die Landesbank in dem Zeitraum 214 Millionen Euro – nach einem Verlust von 93 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Dies sei der erste Schritt zum Ziel, im Gesamtjahr einen Gewinn zu erwirtschaften, sagte Bürkle. Schiffskredite machen aber derzeit vielen Banken zu schaffen. Wegen des Risikos, dass Kredite nicht zurückgezahlt werden, müssen betroffene Banken hohe Summen zurückstellen. Die BLB und die NordLB sind traditionell stark im maritimen Feld aktiv.

Sorgenvoll äußerte sich der finanzpolitische Sprecher der FDP im niedersächsischen Landtag, Christian Grascha: Der Kauf der Bremer Landesbank – „vollkommen überteuert und politisch motiviert“ – habe die NordLB in die schwerste Krise seit 250 Jahren gerissen. CDU-Fraktionsvize Reinhold Hilbers forderte, der Personalabbau dürfe nicht zulasten der Standorte Hannover und Oldenburg gehen: „Wir erwarten, dass die Hauptlast am Standort Bremen gestemmt wird.“

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