Kammer fordert mehr Kooperation

Bremerhaven. Politik und Verwaltung im Land Bremen müssen nach Ansicht der Bremer Handelskammer einen ähnlichen Schulterschluss suchen, wie ihn die Kammern mit ihrer Fusion vor einem Jahr gefunden haben. „Die virtuellen Gräben zwischen Bremen und Bremerhaven müssen zugeschüttet werden“, appellierte der Handelskammer-Präses Harald Emigholz am Donnerstagabend beim Festakt zu 150 Jahren Kammergeschichte in Bremerhaven.
24.02.2017, 00:00
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Von Wolfgang Heumer

Bremerhaven. Politik und Verwaltung im Land Bremen müssen nach Ansicht der Bremer Handelskammer einen ähnlichen Schulterschluss suchen, wie ihn die Kammern mit ihrer Fusion vor einem Jahr gefunden haben. „Die virtuellen Gräben zwischen Bremen und Bremerhaven müssen zugeschüttet werden“, appellierte der Handelskammer-Präses Harald Emigholz am Donnerstagabend beim Festakt zu 150 Jahren Kammergeschichte in Bremerhaven.

Seit der Gründung der Handelskammer zu Geestemünde im Februar 1867 ist an der Unterweser politisch und wirtschaftlich viel passiert. Doch die Festredner interessierten sich am meisten für das letzte der 150 Jahre, für die Zeit seit der Kammerfusion zwischen Bremen und Bremerhaven. Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) räumte ein, er habe dem Zusammenschluss zunächhst skeptisch gegenüber gestanden. Aber: „Mittlerweile sind ja fast persönliche Freundschaften entstanden.“ Grantz erwartet von den Unternehmen im Zwei-Städte-Staat mehr als eine gemeinsame Kammer-Organisation. „Sie müssen über gute Arbeitsplätze dazu beitragen, dass die soziale Kluft zwischen beiden Städten im Land abgebaut wird“, betonte der Oberbürgermeister.

„Wir können auf die Unternehmen in unserer Schwesterstadt stolz sein“, sagte hingegen Emigholz in seiner Festrede. Der Zusammenhalt in der neuen Kammer ist für den Präses ein gutes Beispiel dafür, wie Politik und Verwaltung in beiden Städten miteinander umgehen sollten: „Bremerhaven ist keine untergeordnete Zweigstelle einer gemeinsamen Kammer.“ Ähnlich sieht es Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer: „Es ist einfach besser, wenn beide Städte am selben Ende des Strickes ziehen.“ So stehe die gesamte Wirtschaft im Land Bremen hinter der Forderung nach dem neuen Offshore-Terminal Bremerhaven, betonte der frühere IHK-Präsident. Dass die Wirtschaft und öffentliche Einrichtungen an einem Strick ziehen können, zeigt das „Netzwerk Schule, Wirtschaft, Wissenschaft“. Für ihre Bemühungen, die Ausbildungsbereitschaft von Jugendlichen zu fördern, wurde die Initiative am Abend mit dem Stiftungspreis der Bremerhavener Wirtschaft ausgezeichnet.

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