Industrie Kartellverdacht: Razzien bei Zementherstellern

Brüssel. Die EU-Kommission verdächtigt Zementhersteller in Deutschland und anderen Ländern der verbotenen Preisabsprache - dazu gehören auch der Dax-Konzern HeidelbergCement und die Dyckerhoff AG.
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Brüssel. Die EU-Kommission verdächtigt Zementhersteller in Deutschland und anderen Ländern der verbotenen Preisabsprache - dazu gehören auch der Dax-Konzern HeidelbergCement und die Dyckerhoff AG.

Daneben sind der weltweit drittgrößte Zementhersteller Cemes sowie der Schweizer Zementriese Holcim betroffen. Das bestätigten die Unternehmen am Freitag. Die Brüsseler Wettbewerbshüter haben ein Kartellverfahren gegen Firmen in zehn EU-Ländern eröffnet und Razzien durchführen lassen, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Sollten die Kartellwächter die Firmen für schuldig halten, drohen ihnen Bußgelder von bis zu zehn Prozent ihres Jahresumsatzes.

Brüssel verdächtigt die Hersteller, den Import- und Export beschränkt, die Märkte aufgeteilt und die Preise für Zement und Zementprodukte abgesprochen zu haben. "Die Einleitung einer Untersuchung bedeutet nicht, dass Kartellverstöße bereits erwiesen sind", teilte die Kommission mit. In der EU sind Absprachen zum Schaden von Wettbewerbern oder Verbrauchern verboten.

HeidelbergCement wurde nach eigenen Angaben von der Kommission über das Verfahren informiert. Das Dax-Unternehmen geht davon aus, den Verdacht entkräften zu können. Der Konzern betonte, es handele sich um ein altes Verfahren, in dem es bereits im November 2008 erste Untersuchungen gegeben habe. Laut HeidelbergCement verdächtigt die Kommission sieben weitere Zementhersteller - die EU-Wettbewerbshüter nannten aber keine Namen. Cemex hatte bereits in der Nacht mitgeteilt, eines der betroffenen Unternehmen zu sein. Dyckerhoff geht ebenfalls davon aus, dass es keine Hinweise für Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht gibt.

Bereits 1994 hatte die EU-Kommission Kartellstrafen gegen Zementhersteller verhängt, darunter Dyckerhoff, HeidelbergCement sowie die Alsen AG (inzwischen Holcim AG). Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte die Rekordgeldbuße gegen das Kartell aus 42 Unternehmen und Verbänden der Zementbranche später auf rund 110 Millionen Euro mehr als halbiert. Die Kommission hatte den Firmen vorgeworfen, mehr als zehn Jahre lang die Märkte untereinander aufgeteilt zu haben. (dpa)

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