Kommentar zum Weltraumbahnhof im Norden

Ab ins All

Dass der Bund bei den Plänen für einen Weltraumbahnhof zögert, ist verständlich – aber falsch. Denn es geht um einen wichtigen Beitrag zur Infrastruktur in Deutschland, kommentiert Stefan Lakeband.
12.10.2020, 05:00
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Ab ins All
Von Stefan Lakeband
Ab ins All

In Französisch-Guayana gibt es bereits einen Weltraumbahnhof. Die Raketen, die aus der Nordsee starten sollen, sollen jedoch deutlich kleiner sein als die europäische Ariane-5-Rakete.

S Martin/Arianespace Cnes/Csg/ARIANESPACE/dpa

Wenn der Bundesverband der Deutschen Industrie vorschlägt, von der Nordsee aus Raketen starten zu lassen, könnte man das leicht als verrückte Idee abtun. Doch was sich wie Science-Fiction anhört, ist ein wichtiger Beitrag zur Infrastruktur in Deutschland. Die Raumfahrt ist hier längst ein bedeutender Wirtschaftszweig.

Es werden Raketen gebaut, Satelliten konstruiert, Astronauten ausgebildet. Da ist es naheliegend, die Wertschöpfungskette zu verlängern und auch Raketenstarts zu ermöglichen – besonders, wenn man sich die Prognosen anschaut.

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Sie gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren immer mehr Satelliten ins All gebracht werden sollen. Möglich wird das durch Kleinstraketen, sogenannte Microlauncher. Länder wie Schottland, Schweden und Portugal haben das bereits erkannt und arbeiten ebenfalls an Plänen für kleine Weltraumbahnhöfe.

Dass der Bund zögert, ist verständlich. Und natürlich müssen die Belastungen für die Umwelt geprüft werden. Dann spräche aber kaum noch etwas dagegen. 30 Millionen Euro sind ein überschaubarer Betrag für ein innovatives Infrastrukturprojekt mit Zukunft und Strahlkraft.

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