Banken Kopper will Nonnenmacher-Nachfolger bald vorstellen

Hamburg. Am 15. Dezember soll der Aufsichtsrat der HSH Nordbank zu einer außerordentlichen Sitzung zusammentreten, um über die Nachfolge von Nonnenmacher zu entscheiden. Dabei werde es auch um die Modalitäten und den Termin der Trennung gehen.
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Hamburg. Am 15. Dezember soll der Aufsichtsrat der HSH Nordbank zu einer außerordentlichen Sitzung zusammentreten, um über die Nachfolge von Nonnenmacher zu entscheiden. Dabei werde es auch um die Modalitäten und den Termin der Trennung gehen.

So heißt es in einer Mitteilung der HSH Nordbank nach einer Aufsichtsratssitzung am Donnerstag. Gemeint ist: Bis dahin wird klar sein, ob die Bank einen Grund findet, Nonnenmacher ohne Abfindung seiner vertraglichen Ansprüche zu entlassen. Oder ob der Vertrag ausgezahlt werden muss, weil sich der Bankchef - bei aller öffentlichen Kritik - nichts hat zuschulden kommen lassen.

Nach dem Misstrauensvotum der Landesregierungen in Hamburg und Kiel Anfang November war zunächst erwartet worden, dass Nonnenmacher bereits in der Sitzung des Aufsichtsrats am Donnerstag abberufen wird. Kopper wollte indes kein Vakuum an der Spitze der Bank riskieren und setzte von Beginn an auf einen geordneten Übergang. Der kann jetzt noch dauern. Sollte der von Kopper ausersehene Nachfolger nicht sofort verfügbar sein, würde Nonnenmacher die Bank vorerst weiterführen.

Aus dem Rennen ist eine bankinterne Besetzung des Postens. Risikovorstand Constantin von Oesterreich, der von einigen Medien schon als neuer HSH-Chef ausgerufen wurde, soll den Job nicht bekommen. Kopper setzt auf eine externe Lösung.

Im Fall des früheren HSH-Vorstands Frank Roth hat Kopper eingelenkt und will nun einen Vergleich schließen. Roth war im April 2009 gefeuert worden, weil er angeblich Geschäftsgeheimnisse verraten haben soll. Die Staatsanwaltschaft Kiel und die Generalstaatsanwaltschaft Schleswig-Holstein konnten dafür keine Anhaltspunkte finden.

Nun ermitteln Kieler Staatsanwälte gegen Führungspersonen der HSH Nordbank wegen falscher Verdächtigung. "Seinerzeit als Beweise angesehene Unterlagen stellen sich aus heutiger Sicht nicht als belastbar dar", heißt es relativ kleinlaut in der Mitteilung des Aufsichtsrats. Eine Front ist damit begradigt. Im Visier der Staatsanwälte bleiben die Sicherheitsfirma Prevent und der vorläufig suspendiert Chefjustiziar Wolfgang Gößmann.

Eine für diesen Freitag geplante Zeugenvernehmung Nonnenmachers vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) der Hamburgischen Bürgerschaft war kurzfristig abgesagt worden. Der PUA kann seine Arbeit wegen der vorgezogenen Neuwahlen in Hamburg nicht zu Ende führen.

Weiter laufen gegen Nonnenmacher aber noch Ermittlungen der Hamburger Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit den umstrittenen "Omega"-Geschäften. Auch die New Yorker Staatsanwaltschaft ermittelt, weil dort ein HSH- Mitarbeiter Opfer einer Intrige geworden sein soll. (dpa)

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