Bremen Kritik an Stand der Psychiatrie

Bremen. Die Kritik am Klinikum Bremen-Ost reißt nicht ab. Jetzt melden sich langjährige Begleiter der Psychiatrie-Reform zu Wort und werfen den Krankenkassen vor, den stetigen und inzwischen massiven Personalabbau stillschweigend geduldet zu haben.
31.01.2017, 00:00
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Kritik an Stand der Psychiatrie
Von Antje Stürmann

Bremen. Die Kritik am Klinikum Bremen-Ost reißt nicht ab. Jetzt melden sich langjährige Begleiter der Psychiatrie-Reform zu Wort und werfen den Krankenkassen vor, den stetigen und inzwischen massiven Personalabbau stillschweigend geduldet zu haben. Das Land indes habe verschlafen, die Psychiatrie zu modernisieren – weg von der reinen Klinikbehandlung. Wie berichtet, hatte ein Patientenfürsprecher über zu viel Zwang und Gewalt in der Psychiatrie des Klinikums Bremen-Ost geklagt. Unter anderem seien Patienten drei Tage lang ans Bett gefesselt worden. Es würden zu oft unter Zwang zu hoch dosierte Medikamente verabreicht und Gespräche mit Psychologen seien die Seltenheit.

Als entscheidende Ursache dafür macht Klaus Pramann, Vorstandsvorsitzender der Blauen Karawane, die sich seit 1985 für eine Weiterentwicklung der Psychiatrie einsetzt, eine an der Bettenbelegung orientierte Krankenhauspsychiatrie verantwortlich. Diese diene vor allem der materiellen Sicherung des Krankenhauses, sagt er. Laut Pramann verfügt die Bremer Psychiatrie seit Jahren mit über die meisten Psychiatriebetten pro 10 000 Einwohner in Deutschland.

Die AOK macht sich nach eigenen Angaben für einen Abbau der Klinikbetten zugunsten einer wohnortnahen individuellen Behandlung der Patienten stark. Zuletzt jedoch habe ein Schiedsgericht die Krankenkasse in die Schranken gewiesen.

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