Auswirkungen des Staus durch die „Ever Given“

60.000 Container von Kühne+Nagel hängen am Suezkanal fest

Die „Ever Given“ ist freigeschleppt und konnte im Suezkanal ihre Fahrt nach Hamburg fortsetzen. Die Auswirkungen werden die kommenden Wochen spürbar sein. So hängen dort 60.000 Container von Kühne+Nagel fest.
31.03.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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60.000 Container von Kühne+Nagel hängen am Suezkanal fest
Von Florian Schwiegershausen
60.000 Container von Kühne+Nagel hängen am Suezkanal fest

Durch den verursachten Stau am Suezkanal durch die "Ever Given" rechnet Terminalbetreiber Eurogate mit zusätzlichem Andrang. Der sei nur durch Verteilung auf die verschiedenen Häfen abzuarbeiten.

Eurogate

Das Containerschiff „Ever Given“ hat nun seine Fahrt in Richtung Hamburg fortgesetzt, nachdem es tagelang im Suezkanal verkeilt war und Montag freigeschleppt worden war. Dadurch haben sich nördlich und südlich des Kanals knapp 400 Schiffe aufgestaut. Auf ihnen befinden sich auch 60.000 Standardcontainer des Logistikunternehmens Kühne+Nagel, das seinen Deutschlandsitz in Bremen hat. Der Sprecher des Unternehmens, Dominique Nadelhofer, sagte dem WESER-KURIER: „Die Menge entspricht also in etwa drei Schiffen einer Größe der 'Ever Given'“. Auf das 400 Meter lange und 60 Meter breite Containerschiff der taiwanischen Reederei Evergreen passen 20.000 Standardcontainer. Es ist damit eines der größten Containerschiffe der Welt.

Bis all diese Schiffe durch den Suezkanal durch sind, wird es noch Tage dauern. Nadelhofer sagt: „Diese Verzögerung wird dazu führen, dass hier noch mehr Leercontainer fehlen werden. Schon jetzt gibt es zu wenig Leercontainer.“ Denn eine Reihe der Container, die sich beispielsweise auf der „Ever Given“ befinden, sind nach dem Entladen des Inhalts bereits für den Export eingeplant. Dies werde sich wohl um einige Wochen verschieben.

Wenn in den kommenden Tagen die Blockade am Suezkanal aufgelöst ist, rechnet der Terminalbetreiber Eurogate mit Sitz in Bremen mit entsprechendem Andrang in den deutschen Häfen. Dieser Andrang sei nur durch Umverteilung auf verschiedene Häfen aufzulösen. Wenn alle Schiffe in ihren ursprünglichen Zielhafen wollten, „wird das nicht klappen“, sagte ein Sprecher am Dienstag. Die Entscheidung, wohin ihre Schiffe fahren sollen, liege aber bei den Reedereien. Eurogate stehe wie andere Terminalbetreiber bereit, mit seinen Kapazitäten bei der Abfertigung zu helfen.

Der Schiffsverkehr in den deutschen Containerhäfen in den kommenden Tagen und Wochen sei in dieser Lage schwer zu prognostizieren, sagte der Sprecher. Zunächst stelle sich die Frage im Mittelmeer. Die dortigen Häfen seien für Containerschiffe aus Asien meist die erste Anlaufstation in Europa. Danach gehe es um die Verteilung der Schiffe im Norden Europas. Eurogate betreibt in Deutschland drei Containerterminals, eins in Bremerhaven sowie je ein Terminal in Wilhelmshaven und Hamburg.

Welche Auswirkungen der Stau konkret auf Bremerhaven haben wird, dazu kann Betreiber Bremenports noch nichts sagen. Es komme darauf an, was die Reedereien entscheiden, sagt Sprecher Holger Bruns. Dass es zu Flächenprobleme wie im Hamburger Hafen kommen könnte, glaubt er aber nicht.

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