Nichts für kurzfristige Anlage Langer Atem für Dachfonds

Bremen. Sich aktuell mit seiner Geldanlage zu beschäftigen, scheint für viele mehr Last denn Lust zu sein. Wer die Kaufkraft des Ersparten erhalten wollte, musste vor Jahren keine höheren Risiken in Kauf nehmen.
15.06.2015, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Thomas Mai

Sich aktuell mit seiner Geldanlage zu beschäftigen, scheint für viele mehr Last denn Lust zu sein. Wer die Kaufkraft des Ersparten erhalten wollte, musste vor Jahren keine höheren Risiken in Kauf nehmen. Mit als sicher eingeschätzten Bundesanleihen, Festgeldern oder Sparbriefen einer Bank ließ sich ohne weiteres die Inflationsrate ausgleichen. Diese lag im Mai bei 0,7 Prozent und betrug im gesamten Vorjahr nur 0,9 Prozent.

Wer auf sein Geldinstitut vor Ort angewiesen ist, muss feststellen, dass seine Bank das Geld des Kunden am liebsten gar nicht mehr verzinsen möchte. Herr Müller war kürzlich bei der Deutschen Bank. Dort würde er für ein Jahr 0,2 und für sieben Jahre nur 0,3 Prozent jährliche Zinsen erhalten. Er möchte seine 20 000 Euro allerdings so anlegen, dass er die Inflationsrate schlagen kann. Ein reines Aktieninvestment mit den potenziell höchsten Renditechancen ist ihm aufgrund der relativ hohen Schwankungsintensität aber zu risikoreich, da er sein Geld nur drei bis fünf Jahre anlegen möchte. Für dieses Anlagedilemma bot ihm die Deutsche Bank einen Dachfonds an. Das Geld wird innerhalb des Fonds auf viele andere Fonds mit unterschiedlichsten Wertpapieren, teils Aktien und Anleihen, aufgeteilt.

Wertpapiere eignen sich bestimmt für die langfristige Anlage, wenn breit gestreut wird und die Kosten gering sind. Hier haben Kauf und Management aber ihren Preis, wenn nur auf drei oder fünf Jahre angelegt wird. Anfangs fallen 800 Euro für Kauf und Beratung an, jedes Jahr kommen mehr als 300 Euro für die Verwaltung hinzu. Diese Kosten müssen also erst mal verdient werden. Um die Inflationsrate von 0,7 Prozent zu schlagen, müssten teils deutlich mehr als drei Prozent erwirtschaftet werden.

Herrn Müller können je nach Marktentwicklung aber auch deutliche Verluste drohen. Sei es, dass Aktienkurse einbrechen. Diese könnte er nicht aussitzen. Als Anleger sollte man daher sehr genau abwägen, ob man alles Geld in einen Dachfonds steckt, wenn man das Geld schon wieder in drei oder fünf Jahren braucht.

An dieser Stelle berichten Experten von der Verbraucherzentrale Bremen über Themen aus der Finanz- und Versicherungswelt.

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