Neues Angebot für Blohm+Voss kommt aus Bremen Lürssen will Hamburger Traditionswerft kaufen

Hamburg/Essen. Für die zum Verkauf stehende Hamburger Traditionswerft Blohm+Voss gibt es mit dem Bremer Familienunternehmen Lürssen einen neuen Interessenten. Die Friedrich Lürssen Werft habe ein Angebot zur Übernahme von Teilen von Blohm+Voss am Standort Hamburg abgegeben.
15.09.2011, 16:00
Lesedauer: 1 Min
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Hamburg/Essen. Für die zum Verkauf stehende Hamburger Traditionswerft Blohm+Voss gibt es mit dem Bremer Familienunternehmen Lürssen einen neuen Interessenten. Die Friedrich Lürssen Werft habe ein Angebot zur Übernahme von Teilen von Blohm+Voss am Standort Hamburg abgegeben.

Dies teilte ThyssenKrupp am Donnerstag in Essen mit. ThyssenKruppp habe jedoch "erhebliche Zweifel", ob das abgegebene Angebot den Anforderungen des Unternehmens entspreche, hieß es. Das "Hamburger Abendblatt" hatte zuvor von dem neuen Interessenten berichtet.

ThyssenKrupp kündigte an, das Angebot prüfen zu wollen. Gespräche zu einer Übernahme würden dagegen nicht geführt. Die vorgelegte Offerte enthalte nicht die im Verkaufsprozess üblichen wirtschaftlichen Details, da vorher kein Zugang zu den verfügbaren Verkaufsinformationen beantragt worden sei, hieß es. Zu weiteren Einzelheiten wollte ThyssenKrupp keine Stellung nehmen.

Bislang gehört die Hamburger Werft noch zum Essener Stahl- und Industriekonzern ThyssenKrupp. Dieser will sich aus dem Schiffbau weitgehend zurückziehen. Verhandlungen zwischen ThyssenKrupp und dem arabischen Werftunternehmen Abu Dhabi Mar über eine Übernahme des zivilen Schiffbaus von Blohm+Voss waren im Juni nach mehr als eineinhalbjähriger Dauer gescheitert. Auch aus einer Kooperation im militärischen Schiffbau wurde nichts.

Lürssen ist einer der erfolgreichsten deutschen Anbieter von Großjachten, baut aber auch Marineschiffe und Spezialtransporter wie Forschungs- und Vermessungsschiffe. Blohm+Voss betreibt ein erfolgreiches Reparaturgeschäft und den Maschinenbau für Schiffe.

Beim Bau von Fregatten und Korvetten arbeiteten Blohm+Voss und Lürssen regelmäßig zusammen, schrieb die Zeitung. Lürssen setzte dem Bericht zufolge zuletzt mit 1500 Mitarbeitern rund 700 Millionen Euro im Jahr um. Blohm+Voss beschäftigt insgesamt 1900 Mitarbeiter, davon 1700 in Hamburg. Nach früheren Angaben hat ThyssenKrupp in seinem Werften-Geschäft in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2010/11 (30. September) schwarze Zahlen geschrieben. Der hoch verschuldete Industriekonzern soll durch den Verkauf von Unternehmensteilen mit einem Umsatz von zusammen rund zehn Milliarden Euro wieder auf Kurs kommen. (dpa)

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