Chemie Lufthansa geht mit Schub ins nächste Jahr

Frankfurt/Main. Mit kräftigem Schub aus dem Sommerquartal peilt die Lufthansa im kommenden Jahr deutliches Wachstum an. Europas größte Fluggesellschaft will mit mehr Flügen, größeren Fliegern und gestiegenen Ticketpreise den Gewinn des laufenden Jahres überbieten.
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Frankfurt/Main. Mit kräftigem Schub aus dem Sommerquartal peilt die Lufthansa im kommenden Jahr deutliches Wachstum an. Europas größte Fluggesellschaft will mit mehr Flügen, größeren Fliegern und gestiegenen Ticketpreise den Gewinn des laufenden Jahres überbieten.

2011 will die Airline ihr Flugangebot um sechs bis zehn Prozent ausweiten, wie der zum Jahresende scheidende Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber ankündigte. Das Unternehmen werde kontinuierlich und nicht auf Kosten der Profitabilität wachsen.

Für das laufende Jahr peilt Lufthansa inzwischen einen operativen Gewinn von mehr als 800 Millionen Euro an. Allein von Juli bis September hatte die Gesellschaft nach am Mittwoch vorgestellten Zahlen 783 Millionen Euro verdient und damit Verluste der Vorquartale mehr als wett gemacht. Erstmals verdienten im Sommerquartal auch die zugekauften Töchter Austrian und British Midland Geld. Die endgültige Sanierung hat nach Mayrhubers Worten Vorrang vor weiteren möglichen Zukäufen wie der polnischen LOT.

In den ersten neun Monaten lag der operative Gewinn des Konzerns bei 612 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Ergebnis von 524 Millionen Euro nach 31 Millionen Euro vor einem Jahr.

Von steigenden Gewinnen haben auch die Aktionäre wieder etwas: Finanzvorstand Stephan Gemkow kündigte nach der krisenbedingten Nullrunde 2009 für dieses Geschäftsjahr wieder eine Dividende an. Die Lufthansa-Aktie legte an der Börse zunächst zu. WestLB-Analyst Hartmut Moers lobte die «sensationelle Entwicklung» der Fluggesellschaft.

Mit größeren Fliegern im Regionalverkehr und auf der Langstrecke will die Lufthansa die Kosten je Passagier in den Griff bekommen. Inzwischen verkaufen sich auch die Tickets für die lukrative First und Business Class wieder deutlich besser. Auf der Langstrecke kostete Fliegen mit der Lufthansa deshalb im dritten Quartal bereits wieder so viel wie vor der Krise.

Dennoch dreht das Unternehmen weiter an der Kostenschraube. Mayrhuber erwartet unverminderten Preisdruck auf der Kurzstrecke, wo Billigflieger dem Kranich Marktanteile abjagen. Die Sparprogramme im Passagiergeschäft sollen zu Ende geführt werden. Alleine die Airlines unter der Marke Lufthansa arbeiten seit 2009 daran, ihre jährlichen Kosten um eine Milliarde Euro zu senken. Ende 2011 soll das Ziel erreicht sein.

Nicht grundsätzlich ändern kann Lufthansa die Entwicklung der Kerosinpreise. Im kommenden Jahr dürften die Treibstoffkosten des Konzerns nach Einschätzung von Finanzchef Gemkow auf 6 Milliarden Euro steigen. Für 2010 hat der Manager noch 5,2 Milliarden Euro auf dem Zettel.

Unsicher bleibt, wie sich die von der Bundesregierung geplante Ticketsteuer vom Jahreswechsel an auf die Nachfrage auswirkt. Der Billigflieger Ryanair streicht das Flugangebot ab seinem Hunsrück- Drehkreuz Hahn wegen der Abgabe um 30 Prozent zusammen.

Die Lufthansa gibt sich gelassener: «Wir brauchen uns weniger Sorgen zu machen aufgrund unserer sehr breiten Aufstellung», sagte Mayrhuber. Nach seiner Einschätzung dürfte die Abgabe vor allem die Käufer extrem billiger Tickets vom Fliegen abhalten. Allerdings sei sie auch für die Lufthansa «nicht geschäftsfördernd». Die Abgabe wird schon jetzt für Abflüge ab dem 1. Januar 2011 erhoben. Sie beläuft sich je nach Strecke auf 8 bis 45 Euro je Ticket. (dpa)

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