Kauf von Staatsanleihen umstritten Macht Draghi Zugeständnisse?

Frankfurt/Main. EZB-Chef Mario Draghi sucht offenbar nach Möglichkeiten, beim erwarteten Schritt der Zentralbank gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche im Euroraum Sorgen deutscher Experten auszuräumen. Es werde „immer wahrscheinlicher“, dass es Zugeständnisse geben werde, meldete die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“.
19.01.2015, 00:00
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EZB-Chef Mario Draghi sucht offenbar nach Möglichkeiten, beim erwarteten Schritt der Zentralbank gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche im Euroraum Sorgen deutscher Experten auszuräumen. Es werde „immer wahrscheinlicher“, dass es Zugeständnisse geben werde, meldete die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Nach einem „Spiegel“-Bericht soll eine Kaufbeschränkung auf nationale Schuldtitel verhindern, dass Deutschland die Haftungsrisiken für andere Länder übernimmt. Die Europäische Zentralbank könnte am kommenden Donnerstag den Kauf von Staatsanleihen in großem Stil beschließen. Das Programm ist aber umstritten. Bedenken gibt es vor allem in Deutschland.

Den Berichten zufolge sieht die Europäische Zentralbank (EZB) die Möglichkeit, dass die nationalen Notenbanken jeweils nur die Staatsanleihen ihres eigenen Landes kaufen, die Bundesbank zum Beispiel nur Bundesanleihen, die italienische Notenbank nur italienische Staatsanleihen. Verluste, die möglicherweise irgendwann aus den Käufen von Anleihen entstehen, sollen nicht wie bislang üblich auf die Notenbanken aller Länder verteilt werden. Vielmehr soll jede Notenbank für die Risiken ihres Landes allein haften – zumindest für die Hälfte. Das würde bedeuten, dass die Bundesbank und damit die deutschen Steuerzahler für den möglichen Ausfall italienischer oder französischer Staatsanleihen nicht oder nur teilweise haften müssten.

Die EZB könnte den Kauf von Staatsanleihen in großem Stil beschließen. Bei dem Programm drucken sich Zentralbanken quasi selbst Geld, um Wertpapiere zu kaufen. Das soll langfristige Zinsen senken.

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