Konsumgüter Meissener Porzellan auch in der Krise gefragt

Meißen. Die Porzellan-Manufaktur Meissen hat sich auch in Krisenzeiten als vergleichsweise stabil erwiesen. «Wir hatten 2009 einen Umsatzrückgang von 20 Prozent erwartet. Aber offenkundig haben wir so gut wie keine Verluste und liegen auf dem gleichen Umsatzlevel wie im Vorjahr.»
20.01.2010, 10:10
Lesedauer: 1 Min
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Meißen. Die Porzellan-Manufaktur Meissen hat sich auch in Krisenzeiten als vergleichsweise stabil erwiesen. «Wir hatten 2009 einen Umsatzrückgang von 20 Prozent erwartet. Aber offenkundig haben wir so gut wie keine Verluste und liegen auf dem gleichen Umsatzlevel wie im Vorjahr.»

Das sagte Geschäftsführer Christian Kurtzke der Deutschen Presse-Agentur dpa. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor. 2008 wies die fast 300 Jahre alte Manufaktur mit dem Markenzeichen der gekreuzten Schwerter einen Umsatz von 35 Millionen Euro und einen operativen Verlust von 6 Millionen Euro aus.

Allerdings habe es auf dem russischen Markt einen regelrechten Einbruch gegeben, dort sei der Export auf ein Drittel zurückgefallen. «Wir haben es aber geschafft, mit Innovationen Einbrüche zu kompensieren - trotz Managementwechsel, Finanzkrise und Verunsicherung am Markt», sagte Kurtzke. Geschäftsfelder des Unternehmens sind Architektur und Inneneinrichtung, Tisch und Tafel sowie Schmuck und Accessoires.

«Meissen erlebt jetzt die Wende», betonte der Geschäftsführer. Es gehe um eine strategische Neuausrichtung der Manufaktur mit dem Ziel, sie wirtschaftlich auf eigene Füße zu stellen: «Mein Ziel ist es, Meissen langfristig vom Umsatz her zu verdoppeln.» Deshalb müssten auch junge Menschen an die Marke herangeführt werden. Zudem habe Meissen Schlüsselmärkte definiert: «In Europa ist es Italien. Italien prägt Europa in punkto Geschmack, Stil, Lebenskultur. Ich sehe enormes Wachstumspotenzial für Meissen in Europa.»

Aber auch die Golfregion hat Kurtzke im Blick. Etwa die Hälfte des Porzellans geht heute in den Export. Da viele ausländische Touristen und Geschäftsleute Meissener Porzellan in Deutschland erwerben, liege die Quote tatsächlich bei etwa 75 Prozent. «Ende 2010 werden wir dann wissen, wo genau eine gesunde Personalstärke liegt», sagte er. Derzeit beschäftige das Unternehmen rund 800 Mitarbeiter.

Die Manufaktur war am 23. Januar 1710 gegründet worden. Das Unternehmen zeigt daher vom 23. Januar an die größte Sonderausstellung ihrer Geschichte.

Gespräch: Jörg Schurig, dpa (dpa)

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