Tarife Metall-Tarifrunde 2010 gestartet

Düsseldorf. Arbeitgeber und Gewerkschaft in Nordrhein-Westfalen haben die Metall-Tarifrunde 2010 vorzeitig eingeläutet. Arbeitgeber-Chef Horst-Werner Maier-Hunke und IG-Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard kamen am Mittwoch zur ersten Verhandlungsrunde zusammen.
10.02.2010, 20:30
Lesedauer: 2 Min
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Düsseldorf. Arbeitgeber und Gewerkschaft in Nordrhein-Westfalen haben die Metall-Tarifrunde 2010 vorzeitig eingeläutet. Arbeitgeber-Chef Horst-Werner Maier-Hunke und IG-Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard kamen am Mittwoch zur ersten Verhandlungsrunde zusammen.

Dabei geht die IG Metall erstmals in ihrer Geschichte ohne eine konkrete Lohnforderung für die rund 700 000 Beschäftigten in die Gespräche. Die Tarifverhandlungen für die 740 000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg beginnen an diesem Donnerstag.

In Nordrhein-Westfalen zeigten sich beide Seiten zuversichtlich, in den kommenden 14 Tagen einen Abschluss zu erzielen. Im Zentrum der Verhandlungen steht der Erhalt von Arbeitsplätzen in der schwer angeschlagenen Metallindustrie.

«Wir wollen ein Jobpaket, die Sicherung von Arbeitsplätzen und auch mehr Geld», sagte Burkhard vor Beginn der Verhandlungen. Die Sondierungsgespräche hätten gezeigt, dass diese Fragen schon zu 80 Prozent geklärt seien: «Jetzt geht es ums Geld.» In Frankfurt hatte der IG-Metall-Vorstand zuvor beschlossen, vorzeitige Verhandlungen in Nordrhein-Westfalen und die Baden-Württemberg aufzunehmen. Die Tarifverträge laufen Ende April aus.

Arbeitgeber-Chef Maier-Hunke begrüßte ebenfalls die vorzeitige Aufnahme von Tarifverhandlungen. Die Unternehmen benötigten klare Richtlinien, auch im Hinblick auf die auslaufende Kurzarbeit. «Wir haben eine gemeinsame Interessenlage, wir wollen versuchen, Arbeitsplätze zu sichern», sagte er. Dabei müsse auch nach Wegen gesucht werden, damit die Kurzarbeit nicht in Kündigungen laufe. «Wir brauchen eine Brücke, die über das Tal der Krise führt», betonte IG- Metall-Chef Burkhard. In ganz Deutschland seien 700 000 Arbeitsplätze in Gefahr.

Die Große Tarifkommission der Gewerkschaft in Baden-Württemberg kommt am 17. Februar zusammen. Es wird aber nicht damit gerechnet, dass die Mitglieder dann schon über ein Ergebnis beraten können. Man erwartet, dass die Gespräche Ende kommender Woche in die zweite Runde gehen.

Im Südwesten wird unter anderem eine tarifliche Arbeitszeitverkürzung auf bis zu 28 Wochenstunden diskutiert. Regulär wird in der Branche 35 Stunden pro Woche gearbeitet. Die Gewerkschaft fordert bei einer Verkürzung zumindest einen teilweisen Lohnausgleich. Von der Politik verlangt die IG Metall die Entlastung von Steuern und Abgaben. Neben den Vereinbarungen zur Sicherung von Arbeitsplätzen will die IG Metall einen Inflationsausgleich durchsetzen. Dies würde nach gegenwärtiger Inflationserwartung etwa einem Prozent mehr Lohn und Gehalt entsprechen

[Verhandlungsort]: Swissotel, Rheinallee 1, Neuss (dpa)

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